Veranstaltungen
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So, Sep 12, 2010
10:00 Veranstaltungen |
Tag des offenen Denkmals 2010 im Museum im Stasi-Bunker Mehr ... |
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So, Sep 12, 2010
11:00 Veranstaltungen |
Tag des offenen Denkmals 2010 in der ehemaligen zentralen Hinrichtungsstätte Mehr ... |
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So, Sep 12, 2010
11:00 Veranstaltungen |
Tag des offenen Denkmals 2010 im Museum in der "Runden Ecke" Mehr ... |
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Do, Sep 30, 2010
19:00 Veranstaltungen |
Erweiterte Sonderausstellung "Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution" Mehr ... |
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Sa, Okt 02, 2010
19:00 Veranstaltungen |
"Ausgerechnet Bananen. Ein deutsch-deutsches Wirtschaftswunder." Mehr ... |
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Mo, Okt 04, 2010
19:00 Veranstaltungen |
"Wir sind das Volk!" - Montagsgespräch in der "Runden Ecke" Mehr ... |
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Sa, Okt 09, 2010
11:30 Veranstaltungen |
Orte der Friedlichen Revolution Mehr ... |
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Sa, Okt 09, 2010
20:00 Veranstaltungen |
Lange Ausstellungsnacht im Museum in der "Runden Ecke" Mehr ... |
VERGANGENE VERANSTALTUNGEN:
"Wir sind das Volk!" - Montagsgespräch mit Freya Klier
Seit einem Jahr erinnert das Museum in der „Runden Ecke“ in ganz persönlichen Gesprächen an die Ereignisse von 1989. Jeden ersten Montag im Monat laden wir Zeitzeugen ein, die sich damals in besonderer Weise für Demokratie und Gerechtigkeit engagierten.Das Bürgerkomitee Leipzig freut sich, die erfolgreiche Gesprächsreihe auch 2010 mit Akteuren von damals fortsetzen zu können. Diesmal mit der Regisseurin und Autorin Freya Klier.
Moderation: Reinhard Bohse und Tobias Hollitzer
Eintritt frei
Zur Person: 1950 in Dresden geboren, verbrachte Freya Klier nach derInhaftierung ihres Vaters ihr drittes Lebensjahr im Kinderheim.Nach dem Abitur 1968 wurde sie selbst nach einem missglücktenFluchtversuch zu einer sechzehnmonatigen Haftstrafe verurteilt.Von 1970 bis 1975 studierte sie an der Leipziger Theaterhochschuleund am Dresdner Staatstheater. Anschließend arbeitete sie alsSchauspielerin und Regisseurin in Senftenberg und Schwedt. 1984wurde sie mit dem DDR-Regiepreis ausgezeichnet.Bereits ein Jahr später führte Ihr Engagement in der DDRFriedensbewegungzum Berufsverbot. Seitdem trat sie erfolgreichmit eigenen Inszenierungen in Räumlichkeiten der evangelischenKirche auf. Zur Rosa-Luxemburg-Demonstration 1988 in Berlinwollte sie auf die Berufsverbote der DDR-Künstler aufmerksammachen. In Reaktion auf die folgenden Verhaftungen appelliertesie an die westdeutschen Künstler, nicht mehr in der DDRaufzutreten. Unter dem Druck ihrer Festnahme und Stasi-Untersuchungshaft in Hohenschönhausen stellte sie einenAusreiseantrag und verließ die DDR 1988 aus der Haft.Seit der Wiedervereinigung lebt und arbeitet Freya Klier als Autorinund Regisseurin in Berlin. Ihre Themenschwerpunkte sind nebender SED-Diktatur auch das totalitäre NS-Regime und derKommunismus seit 1917.Im Jahr 2007 erhielt Freya Klier die Sächsische Verfassungsmedaillefür ihr demokratisches Engagement in Schulen, Literatur und Kunst.
"Wir sind das Volk!" - Montagsgespräch in der "Runden Ecke" mit Katrin Hattenhauer
Am 04.01.2010 begrüßt das Bürgerkomitee die ehemalige Bürgerrechtlerin und Künstlerin und setzt damit die erfolgreiche Gesprächstreihe fort.
Zur Person:
1968 im thüringischen Nordhausen geboren, begann Katrin Hattenhauer nach dem Abitur ihr Studium der Theologie an der kirchlichen Hochschule in Leipzig. Nachdem sie im Januar 1989im Vorfeld einer Demonstration für Frieden und Menschenrechte Flugblätter verteilt hatte, wurde sie auf staatlichen Druck exmatrikuliert.
Hattenhauer war Mitglied im „Arbeitskreis Gerechtigkeit“ und an der Organisation der Friedensgebete und des Leipziger Straßenmusikfestes beteiligt. Am 11. September 1989 wurde sie auf dem Nikolaikirchhof festgenommen, weil sie eine Woche zuvor am selben Ort an einer Plakataktion beteiligt war. Auf ihrem Transparent forderte sie: „Für ein offenes Land mit freien Menschen“.
Bis zum 13. Oktober saß sie im Stasi-Untersuchungsgefängnis in der Dimitroffstraße, weswegen sie an der entscheidenden Demonstration am 9. Oktober nicht teilnehmen konnte. Die Verhaftungen vom September lösten damals DDR-weite Soldarität aus und moblisierten auch bis dahin Unbeteiligte zum Protest. An sie und die anderen Inhaftierten wurde unter anderem im Fenster der Leipziger Nikolaikirche mit Blumen und Kerzen erinnert. Nach 1989 war Katrin Hattenhauer Mitbegründerin des Archivs Bürgerbewegung Leipzig. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Berlin und Italien. Sie arbeitet als Künstlerin und organisiert Ausstellungen, Veranstaltungen und Kunstprojekte, auch unter dem zentralen Themenpunkt „Freiheit“.
"Wir sind das Volk!" Montagsgespräch mit Joachim Gauck
Wir sind das Volk!“ – Montagsgespräch in der „Runden Ecke“ MIT JOACHIM GAUCK
Zum 20-jährigen Jubiläum der Friedlichen Revolution erinnert das Museum in der „Runden Ecke“ in ganz persönlichen Gesprächen an die Ereignisse von 1989. Jeden ersten Montag im Monat laden wir Zeitzeugen ein, die sich damals in besonderer Weise für Demokratie und Gerechtigkeit engagierten. Als Gast begrüßt das Museum diesmal Joachim Gauck. 1940 in Rostock geboren hatte er bereits als elfjähriger ein traumatisches Erlebnis, das seine Einstellung zum Sowjetregime prägen sollte: Er musste die Deportation seines Vaters durch die sowjetische Geheimpolizei nach Sibirien miterleben. So war Gauck weder bei den Jungpionieren, noch bei der FDJ. Nachdem er keine Zulassung für das Germanistikstudium bekommen hatte, zog es ihn 1958 zur Theologie. Er blieb in Rostock und war als Pastor und Stadtjugendpfarrer tätig.
In den Jahren 1989/90 war Gauck Mitinitiator der kirchlichen und politischen Protestbewegung in Mecklenburg. Als Mitglied des Neuen Forums in Rostock erhielt er bei den ersten freien Wahlen in der DDR im März 1990 ein Mandat für Bündnis 90. In der Volkskammer war er Vorsitzender des Ausschusses, der sich unter anderem für die Öffnung der Stasi-Akten einsetzte. Wichtige Impulse für ein entsprechendes Gesetz gingen dabei auch von Leipzig aus. Im Oktober 1990 wurde Gauck zum Sonderbeauftragen der Bundesregierung für personenbezogene Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR berufen. Bis 2000 leitete er die fest mit seinem Namen verbundene „Gauck-Behörde“. Seit 2003 ist er Vorsitzender der Vereinigung „Gegen das Vergessen – Für Demokratie“. Zahlreiche Ehrenauszeichnungen würdigen Gauck für sein außergewöhnliches Engagement für die Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Die Moderation haben und Reinhard Bohse und Tobias Hollitzer. Beginn 19.00Uhr, Eintritt frei.
Heute vor 20 Jahren - Besetzung der Leipziger Stasi-Zentrale
Am 4. Dezember 1989 besetzten Erfurter Bürger – als erste in der DDR – die dortige MfS-Bezirksverwaltung. Vorher war bekannt geworden, dass die Staatssicherheit in großem Umfang Akten vernichtete. Noch am Abend desselben Tages kontrollierten Bürger während der Montagsdemonstration auch die Leipziger Stasi-Zentrale. In den nächsten Tagen wurden alle Bezirksverwaltungen und viele Kreisdienststellen besetzt. Es bildeten sich Bürgerkomitees, die Strategien für die Sicherung der Akten und die kontrollierte Auflösung der Stasi entwickelten. Sie brachten die Abwicklung des MfS auf den Weg und organisierten eine öffentliche Kontrolle dieses Prozesses, einschließlich der Sicherung der Akten.
Die Besetzungen der Stasi-Dienststellen erfolgten innerhalb weniger Tage in allen Bezirken. Staatsanwälte unterstützten die Bürger dabei und versiegelten Aktenschränke und Büros, nahmen Strafanzeigen entgegen. Die Volkspolizei bewachte die Dienstgebäude in „Sicherheitspartnerschaften“ mit den Bürgerkomitees. Die Runden Tische suchten nach neuen Arbeitsstellen für die zu entlassenden Stasi-Offiziere.
Was waren die konkreten Hintergründe der ausgehandelten Besetzung der Leipziger Stasi-Zentrale? Welche Motivation hatten die verschiedenen Akteure auf Seiten des alten Regimes? Was wollte das Bügerkomitee und was konnte es davon durchsetzen? War das MfS auch im Untergang der Diktatur „Schild und Schwert der Partei“ und schützte die SED, indem alle Proteste auf die Stasi gelenkt wurden? Diesen und anderen Fragen, die immer wieder gestellt werden, wollen wir gemeinsam mit damals Beteiligten nachgehen.
Nachdem kurze Filmsequenzen von der Besetzung in Leipzig gezeigt werden, werden Michael Arnold, Tobias Hollitzer, Wolfgang Jentzsch, Walter Köcher, Jürgen Neumann und Christian Scheibler an der Podiumdiskussion teilnehmen. Moderator wird Reinhard Bohse sein.
Der Film startet um 19.00 Uhr im ehemaligen Stasi-Kinosaal in der Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke". Der Eintritt ist frei.
Vorträge und Podiumsdiskussion zum Thema "Wirksamkeit und Nach-haltigkeit der Runden Tische der Stadt und des Bezirkes Leipzig 1989/90"
„Demokratisierung von unten“ wurde die Arbeit der Runden Tische in den Bezirken, Kreisen und Kommunen der DDR genannt. Trotz dass sie vielen Sanktionen ausgeliefert waren, gestalteten sie den Prozess der Befreiung und Demokratisierung maßgeblich mit. Sie verhinderten den Zusammenbruch der Ordnung und den Ausbruch von Gewalt, ließen aber auch zu, dass die SED-Machthaber und deren Bürokratie nicht sofort und vollends entmachtet wurden.
Der Runde Tisch der Stadt Leipzig bekam mit der Selbstauflösung der Stadtverordnetenversammlung am 26.Januar 1990 eine einzigartige Stellung zugewiesen. Er wurde faktisch Legislativorgan bis zur Neuwahl des Kommunalparlaments und dessen Konstituierung im Mai 1990. Aus der Kontrolle der Macht war diesem Runden Tisch die Aufgabe erwachsen, selbst Macht auszuüben. Demgegenüber spielte der Runde Tisch des Bezirkes Leipzigs – abgesehen von seinen Leistungen bei der Auflösung der Bezirksverwaltung des MfS – vergleichsweise nur eine marginale Rolle. Dennoch hat er eigenständige „Aufarbeitungsinitiativen“ entwickelt, die über Jahre hinweg fortwirkten und noch fortwirken.
Die Veranstaltung, organisiert vom Hannah-Arendt-Institut (Dresden), will die Tätigkeit der Leipziger Runden Tische in Erinnerung rufen. Hierzu werden Dr. Francesca Weil (wissenschaftliche Mitarbeiterin am Hannah-Arendt-Institut) und Cornelia Liebold (Mitarbeiterin Gedenkstätte Bautzen) zwei Vorträge halten. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion werden Zeitzeugen über Erfolge und Grenzen als auch über die Nachhaltigkeit der Runden Tische diskutieren. Teilnehmen werden Dr. Rita Sélitrenny, Tobias Hollitzer, Dr. Hinrich Lehmann-Grube, Friedrich Magirius und Michael Weber. Die Moderation hat Prof. Dr. Günter Heydemann (Direktor Hannah-Arendt-Institut).
Die Veranstaltung beginnt 18.00 Uhr im ehemaligen Stasi-Kinosaal in der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“. Der Eintritt ist frei.
"Wir sind das Volk!" - Montagsgespräch mit Günter Nooke
20 Jahre nach der Friedlichen Revolution lädt das Bürgerkomitee Leipzig e. V. zu einer Gesprächsreihe mit Zeitzeugen ein, die jeden ersten Montag im Monat stattfinden wird. Im Mittelpunkt stehen Einzelpersonen, die sich in besonderer Weise an der Friedlichen Revolution beteiligten und einen gleichermaßen außergewöhnlichen wie exemplarischen Lebensweg haben. Diesmal mit Günter Nooke, der als Mitbegründer des Demokratischen Aufbruchs am Runden Tisch in Berlin teilnahm. Heute ist er Menschenrechtsbeauftragter im Außwärtigen Amt . Die Moderation haben Reinhard Bohse und Tobias Hollitzer.
Ort: Museum in der "Runden Ecke", ehemaliger Stasi-Kinosaal
Eintritt frei
Zur Person:
1959 in Forst/Lausitz geboren, studierte er nach seinem Facharbeiterabitur fünf Jahre Physik in Leipzig. Später war er bis 1990 als Diplomphysiker in Cottbus tätig.
Parallel arbeitete Nooke ab 1986 in diversen kirchlichen Friedens- und Umweltgruppen mit. Aufgrund seiner christlichen Gesinnung und gesellschaftlichen Erfahrungen beteiligte er sich ab 1987 an diversen Oppositionsaktionen wie dem Netzwerk „Frieden konkret“, der Bürgerbewegung „Demokratie Jetzt“ (DJ) sowie an dem im Oktober 1989 gegründeten „Demokratischen Aufbruch“ (DA). Im Herbst 1989 saß er mit am Zentralen Runden Tisch in Berlin und erhielt bei den Volkskammerwahlen als parteiloses Mitglied einen Listenplatz vom Bündnis 90. Als entschiedener Gegner der Parteivereinigung mit den Grünen verließ der amtierende Fraktionsvorsitzende 1993 das Bündnis. Sein langjähriger Einsatz gegen das Vergessen der DDR-Diktatur mündete in der Gründung des Bürgerbüros zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur.
Nach dreijähriger Pause von der Politik trat Nooke 1996 der CDU bei und erhielt zwei Jahre später ein Mandat als Bundes-tagsabgeordneter. Nach seinem Ausscheiden wurde er im März 2006 zum Beauftragten der Bundesregierung für Menschen-rechtspolitik und Humanitäre Hilfe ernannt. Als Mitinitiator des Nationalen Freiheits- und Einheitsdenkmals und Kämpfer für Menschenrechte knüpft er an eigene Traditionen als DDR-Bürgerrechtler an.
13.09.2009: Tag des offenen Denkmals
Am Tag des offenen Denkmals Mitte September laden wir an vier verschiedenen Schauplätzen zu Sonderführungen ein.
MUSEUM IN DER „RUNDEN ECKE“:
geöffnet 10.00 – 18.00 Uhr
15.00 Uhr: Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung „Stasi – Macht und Banalität“
11.00 – 16.00 Uhr, jeweils zur halben und vollen Stunde: Sonderführungen unter dem Motto: „STASI INTERN. RUNDGANG DURCH DIE EHEMALIGE ZENTRALE DES MFS“ – VOM KELLER ZUM BODEN UND ANDEREN ORTEN DES (UN)HEIMLICHEN GEBÄUDEKOMPLEXES
Das Ministerium für Staatssicherheit ist längst abgewickelt, doch noch immer sind Teile der einstigen Arbeitsstellen des Geheimdienstes für die Öffentlichkeit unzugänglich. Am Tag des offenen Denkmals besteht die einmalige Möglichkeit, einen Blick in sonst verschlossene Räume und Gebäudeteile der „Runden Ecke“ zu werfen. In dem weitläufigen Komplex hatten bis 1989 das Ministerium für Staatssicherheit sowie die Bezirksdirektion der Volkspolizei ihren Sitz. Zu sehen sind unter anderem die so genannte „geschützte Unterkunft” im zweiten Kellergeschoss des Neubaus, die Führungsstelle für den Kriegsfall, das Notstromaggregat, die Kegelbahn im Saalbau und der Innenhof, auf dem sich einst die Matthäikirche befand.
EHEMALIGE ZENTRALE HINRICHTUNGSSTÄTTE DER DDR
Arndtstraße 48 (Südvorstadt)
geöffnet 11.00 – 15.00 Uhr
ständig Führungen durch die historischen Räume unter dem Titel „TODESSTRAFE IN DER DDR – HINRICHTUNGEN IN LEIPZIG“
Die ehemalige Haftanstalt in der Alfred-Kästner-Straße in Leipzig ist der Ort, an dem von 1960 bis zur Aufhebung der Todesstrafe 1987 die Todesurteile für die gesamte Deutsche Demokratische Republik vollstreckt wurden. Der Hinrichtungsraum ist bis heute erhalten geblieben. Der Themenbereich „Todesstrafe in der DDR”, dem insgesamt 160 Menschen zum Opfer fielen, ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Über die Hintergründe der Todesstrafe, die bis 1981 vollstreckt wurde, wird nur in geringem Umfang informiert. Wenig bewusst ist auch, dass die Todesstrafe erst 1987 offiziell abgeschafft wurde. In Leipzig wurden nach heutigem Kenntnisstand 64 Menschen hingerichtet.
STADTRUNDGANG „AUF DEN SPUREN DER FRIEDLICHEN REVOLUTION“
Treffpunkt: 11.00 Uhr Hauptportal Nikolaikirche, 04109 Leipzig (Zentrum)
Führung zu den Brennpunkten des demokratischen Aufbruchs 1989 in Leipzig
Die DDR stand am 9. Oktober 1989 am Rande eines Bürgerkriegs. Die Namenslisten derjenigen Menschen, die in Internierungs- und Isolierungslager verbracht werden sollten, waren bereits aktualisiert. Dennoch verliefen sowohl der „Tag der Entscheidung“ als auch die folgenden Massendemonstrationen, die Besetzung der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit und die Auflösung desselben vollkommen gewaltfrei. Der Stadtrundgang beginnt an der Nikolaikirche, dem Ort der Montagsgebete, die entscheidend zum gewaltfreien Verlauf der Revolution beigetragen haben. Er führt weiterhin zu den Schauplätzen von oppositionellen und widerständischen Aktionen in Leipzig, die während des gesamten Jahres ´89 von verschiedenen Gruppen initiiert wurden.
MUSEUM IM STASI-BUNKER
Naherholungsgebiet Lübschützer Teiche, Flurstück 439, 04827 Machern
geöffnet 10.00 – 16.00 Uhr
Führungen durch den Bunker, die ehemalige Ausweichführungsstelle des Leiters der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig, mit originaler Einrichtung
Besuch des Außengeländes der ehemaligen Ausweichführungsstelle mit zahlreichen erhaltenen Anlagen; erschlossen durch Hinweistafeln
Im Naherholungsgebiet Lübschützer Teiche bei Machern liegt die einstige Ausweichführungsstelle (AfüSt) des Leiters der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig. Das Objekt war als eine Ferienanlage des VEB Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Leipzig getarnt. Kern der Anlage ist der von 1968 bis 1972 gebaute Bunker. Im Spannungs- und Mobilmachungsfall hätte der Leipziger Stasi-Chef gemeinsam mit ca. 100 hauptamtlichen Mitarbeitern und zwei Verbindungsoffizieren des KGB (des sowjetischen Geheimdienstes) seinen Dienstsitz nach Machern verlagert. Die Ausweichführungsstelle war ein heimlich geschaffener Komplex, durch den sich die Führungsriege des MfS ihren Machtanspruch im Fall eines Ausnahmezustands zu erhalten gedachte. Im Rahmen von Führungen wird unter anderem vermittelt, wie die Versorgungssysteme funktionierten, wie DDR-weit Nachrichtenkontakte zustande gekommen wären und welche Überlebensstrategien sich die Staatssicherheit für einen Atomschlag entwickelt hatte. Eine Ausstellung gibt Einblick in die Mobilmachungsplanung im Bezirk Leipzig und die Einbindung der Ausweichführungsstelle in diese Vorbereitungen auf den „Tag X“. Sie dokumentiert die spezielle Aufgabe des MfS im Ernstfall – bis hin zur geplanten Einrichtung von Isolierungslagern für Oppositionelle.
"Wir sind das Volk!" - Montagsgespräch mit Gunter Weißgerber
Am 7. September 2009, 19.00 Uhr erzählt der neunte Gast der Reihe von seinem Werdegang und seinem Engagement vor und nach 1989
Der 1955 in Mildenau/Erzgebirge geborene Gunter Weißgerber war bereits in seiner Jugend eher sozialdemokratisch denn sozialistisch eingestellt. Die Person Willy Brandts und seine Politik machte ihm die Sozialdemokratie „sympathisch“. Dem SED-Regime konnte er dagegen nie viel abgewinnen. Er verweigerte den Wehrdienst mit der Waffe und arbeitete als Bausoldat, bevor er in Freiberg Bohringenieurwesen studieren konnte. 1989 wurde Weißgerber, der damals im Braunkohlewerk Borna bei Leipzig arbeitete, politisch aktiv. Nachdem er zunächst das Neue Forum unterstützt hatte, wurde er Gründungsmitglied der SDP (Sozialdemokratischen Partei in der DDR) Leipzig. Von November 1989 bis März 1990 trat er, der zuvor parteilos gewesen war, als Redner der neu gegründeten Partei bei den Leipziger Montagsdemonstrationen auf.
Weißgerber war Mitglied der ersten und einzigen frei gewählten Volkskammer der DDR und wurde am 3. Oktober 1990 Mitglied des 12. Deutschen Bundestages. Bei den ersten gesamtdeutschen Wahlen war er der Spitzenkandidat der Sachsen-SPD und zog wieder in den Bundestag ein. Auch bei den späteren Wahlen wurde sein Mandat immer wieder bestätigt. Während seiner ersten Legislaturperiode war Gunter Weißgerber Mitglied der Enquetekommission zur Aufarbeitung der SED-Herrschaft in der DDR. Bis heute engagiert er sich für die Aufarbeitung der SED-Diktatur und setzt sich als Politiker intensiv für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Leipzig ein.
Die Moderation haben Reinhard Bohse und Tobias Hollitzer
Der Eintritt ist frei
Revival der Straßenmusik vom 10.06.1989
Der Verein Leipziger Künstler & Kunstfreunde e.V. richtet dieses Wochenende das Festival "Laurentia, liebe Laurentia mein" aus und lässt damit das verbotene Straßenmusikfest vom Juni 1989 aufleben. Neben zahlreichen musikalischen Beiträgen unter anderen von den Hot Nachos mit Ron Randolf und der Kultband Hasenscheiße, werden die Besucher zu Diskussionen und Lesungen rund um die Themen DDR und die Friedliche Revolution eingeladen. Aus diesem Anlass zeigt das Bürgerkomitee Leipzig e.V. eine Vorschau auf die Sonderausstellung "Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution". Die fünf Ausstellungstafeln informieren über Hintergründe und Ablauf des Straßenmusikfestivals im Frühling ´89.
Start: 16.00 Uhr am Freitag, den 14.08., auf der Terrasse der Moritzbastei. Eintritt: frei
"Wir sind das Volk!" - Montagsgespräch mit Walter Christian Steinbach
am 3. August, um 19.00 Uhr ist der ehemalige Bürgerrechtler zu Gast im Museum in der "Runden Ecke"
Walter Christian Steinbach, Jahrgang 1944, ist in Zwenkau bei Leipzig geboren und aufgewachsen. Als Kaufmann wollte er zunächst in die Fußstapfen der Eltern treten und deren Geschäft übernehmen. Diese Pläne wurden jedoch durch die Enteignung in den 1960er Jahren durchkreuzt. So war er in mehreren Bereichen des Braunkohleabbaus tätig und gewann wichtige Kenntnisse über diesen Industriezweig.
Das für ihn entscheidende Erlebnis auf dem Weg zum Bürgerrechtler war die Sprengung der Universitätskirche in Leipzig 1968, die ihn zum Theologiestudium brachte. Im Pfarramt begann er mit ökologisch orientierter Oppositionsarbeit und gründete Ende der 1970er Jahre das Christliche Umweltseminar Rötha (CUR), das sich für eine Verbesserung der dramatischen Umweltsituation einsetzte. Besonders am Herzen lag ihm die verwüstete Braunkohlelandschaft im Leipziger Südraum, die das CUR mit Baumbepflanzungen wieder aufzuforsten versuchte. Mit der DDRweiten Aktion „1 Mark für Espenhain“ machte das CUR auch überregional auf die katastrophale Umweltverschmutzung südlich von Leipzig aufmerksam.
Walter Christian Steinbach beteiligte sich im Laufe der Friedlichen Revolution aktiv an der Demokratisierung des Landes und moderierte unter anderem 1989/90 den Runden Tisch „Energie und Stoffwirtschaft Leipzig“. Seit 1991 ist er Regierungspräsident der Landesdirektion Leipzig und damit der nunmehr dienstälteste Präsident einer staatlichen Mittelbehörde in Deutschland.

