Neuzugänge
Erich Mielkes Gästezimmer nun in der "Runden Ecke"
Die Sammlung der Gedenkstätte ist seit wenigen Tagen um eine besondere Gruppe von Objekten reicher: Das ehemalige Gästezimmer von Stasi-Chef Erich Mielke in Leipzig. Der Ministerrat der DDR hatte in der Schwägrichenstraße in der Nähe des Clara-Zetkin-Parks ein Gästehaus unterhalten, in dem auch für Mielke ein Appartement zur Verfügung stand. In diesem residierte er, wenn er in Leipzig weilte.
Schränke, Tische, Stühle, Lampen und sonstige Einrichtungsgegenstände – einschließlich einer Plastik-Zimmerpflanze – befinden sich inzwischen in der „Runden Ecke“. Die Gedenkstätte ersteigerte die Zeitzeugnisse in einer Online-Auktion bei E-bay. Die Neuzugänge werden nun zunächst wie alles Sammlungsgut wissenschaftlich inventarisiert und katalogisiert. Gäste der Gedenkstätte können Sie momentan noch nicht in der Ausstellung sehen. Geplant ist, das Mielke-Zimmer 2007 im Rahmen einer Sonderausstellung zu zeigen, für die allerdings noch Fördermittel benötigt werden.
Das Mobiliar hatte sich bis 1995 im Gästehaus des Ministerrats befunden, in dem übrigens Appartements für Erich Honecker, Willy Stoph und sogar Franz Joseph Strauß eingerichtet waren. 1995 wurde die Einrichtung des Gebäudes versteigert. Das Mielke-Zimmer ging an einen Maler aus Groitzsch bei Leipzig, der inzwischen in Kalifornien lebte. Der neue Besitzer war später in seinen Heimatort zurückgekehrt und hatte dort auch die Ausstattung des Mielke-Zimmers untergebracht. Sein Sohn hat die Einrichtung nun über E-bay verkauft.
Wohin die Einrichtung der übrigen Gäste-Zimmer versteigert wurde und wo sie sich heute befindet, ist unbekannt. Der Nachlass Mielkes ist somit der einzige, der demnächst wieder öffentlich zugänglich sein wird.

