Presseerklärungen

Das Museum im Stasi-Bunker Machern hat am Pfingstwochenende 30./31. Mai 2020 wieder geöffnet

Am Samstag und Sonntag, den 30. und 31. Mai 2020 ist das Museum im Stasi-Bunker bei Machern wieder für Besucher geöffnet. Jeweils von 13.00 bis 16.00 Uhr können Interessierte unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregelungen die Bunkeranlage und das neue Besucherzentrum besichtigen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

 

Nach einer Corona-bedingten Schließzeit von 11 Wochen, kann am kommenden Pfingstwochenende das Museum im Stasi-Bunker wieder besichtigt werden. Für den Besuch gelten die allgemeinen Hygienemaßnahmen, wie das Tragen eines Mundschutzes und das Einhalten des Mindestabstands. Da leider noch keine Führungen für Gruppen stattfinden können, erhalten die Gäste stattdessen beim Einlass ein Handout, das zur Information und gleichzeitig zur Besucherzählung dient. Ein Wegeleitsystem führt durch die Anlage, um so den Sicherheitsabstand zu gewährleisten. Mitarbeiter des Museums stehen an verschiedenen Orten für weitere Informationen bereit.

Das Museum im Stasi-Bunker ist von nun an wieder jedes letzte Wochenende im Monat für Individualbesucher geöffnet. Der Eintrittspreis beläuft sich auf 5,00 Euro pro Person. Ermäßigungsberechtigte zahlen 4,00 Euro pro Person. Zu aktuellen Information über Änderungen und weiteren Angeboten: www.runde-ecke-leipzig.de

Vor 30 Jahren wurde die geheime Ausweichführungsstelle des Leipziger Stasi-Chefs in Machern erstmalig von der Öffentlichkeit betreten.

Genau vor 30 Jahren, 1990, wurde der ehemalige Stasi-Bunker bei Machern erstmals durch die Öffentlichkeit betreten. Nachdem am 4. Dezember 1989 die Bezirksverwaltung für Staatssicherheit in der „Runden Ecke“ in Leipzig von Montagdemonstranten besetzt worden war, bildete sich noch in derselben Nacht das Bürgerkomitee Leipzig e. V., das in den Folgewochen alle Stasi-Objekte im Bezirk besetzte, konspirative Objekte auflöste und die laufende Vernichtung der Stasi-Akten verhinderte. Auf Initiative der Bürgerkomitees Leipzig und Wurzen und durch das besondere Engagement des Pfarrers der Gemeinde Machern Gottfried Süß wurde so auch die Ausweichführungsstelle des Leiters der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig, der Stasi-Bunker bei Machern, entdeckt.

Seit fast 25 Jahren ist die Stasi-Bunkeranlage ein Museum – Seit Anfang 2020 kann auch das neue Besucherzentrum besichtigt werden.

Zum Tag des offenen Denkmals 1996 öffnete der Bunker erstmals als Museum. Das über 5 ha große Gelände war durch das Bürgerkomitee Leipzig e.V. 1993 vom Landkreis gepachtet, erhalten und museal erschlossen worden. Die Bunkeranlage und das Außengelände ist als Teil der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ seit dem regelmäßig im Rahmen von geführten Rundgängen zugänglich.

Das ehemalige Wohnhaus des Bunkerkommandanten, in dem der für die technische Sicherstellung der Bunkeranlage zuständige Stasi-Offizier bis Anfang 1990 wohnte, konnte in den letzten Jahren denkmalgerecht als Besucherzentrum für das Museum im Stasi-Bunker saniert werden. Seit der Eröffnung im Januar 2020 werden dort jetzt anlässlich des 30jährigen Jubiläums der Friedlichen Revolution im Herbst ´89 die von der Bundesstiftung Aufarbeitung erstellte Plakatausstellung „Von der Friedlichen Revolution zur deutschen Einheit“ und die vereinseigene Ausstellung „Leipzig auf dem zur Friedlichen Revolution“ präsentiert.

Das Museum im Stasi-Bunker Machern ist Teil der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“

Mitten im Naherholungsgebietes „Lübschützer Teiche“, etwa 30 km östlich von Leipzig, befindet sich der ehemalige Stasi-Bunker. Getarnt als Ferienobjekt der Wasserwirtschaft baute sich die Stasi hier ab 1968 heimlich ein Ausweichquartier für den Krisenfall. 1974 war die „Ausweichführungsstelle des Leiters der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig“ dann einsatzbereit und wurde unter strengster Geheimhaltung bis 1989 funktionsbereit gehalten. Hier sollte der Leipziger Stasi-Chef Manfred Hummitzsch zusammen mit seinem Führungsstab auch im Kriegsfall seine Arbeit fortsetzen können. Der Bunker sollte der Stasi im Ernstfall auch dazu dienen, sämtliche Aktionen zur Niederschlagung einer Volkserhebung zu koordinieren. Dafür war an alles gedacht worden: Luftfilter, Notstromaggregate, Krankenstation, Nachrichtentechnik, Schlafräume, Küche usw. Insgesamt 100 Stasi-Mitarbeiter sollten im Falle eines Atomkriegs für sechs Tage die Funktionsfähigkeit des Apparates sicherstellen. Wie eine Spinne im Netz hätte die Stasi von hier aus Ihre Tätigkeit im Bezirk Leipzig weiterführen können. Diese nach dem 17. Juni 1953 entwickelten Planungen wurden im Herbst ’89 aktiviert, die Liste für die Isolierungslager in Leipzig waren in der Nacht zuvor aktualisiert worden. Allein aufgrund der großen Anzahl mutiger und vor allem friedlich demonstrierender Bürger am 9. Oktober 1989 wurde dieser Plan keine Realität.

Das Museum im Stasi-Bunker ist heute die einzige erhaltene Ausweichführungsstelle der Stasi mit fast vollständiger originaler Einrichtung und verdeutlicht die umfangreiche Ernstfallplanung der Staatssicherheit. Die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ als ehemaliger Sitz der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit und das Museum im Stasi-Bunker bei Machern bilden eine bundesweit einmalige Gedenkstättenkombination. Während in der „Runden Ecke“ der ausufernde bürokratische Apparat dokumentiert wird, gibt der Stasi-Bunker Einblicke in die Tätigkeit der Geheimpolizei in einem möglichen Kriegsfall.

 

Veranstaltungsort: Museum im Stasi-Bunker, Naherholungsgebiet Lübschützer Teiche, Flurstück 439, 04827 Machern.

Dienstag, den 11. Juni 2002
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Donnerstag, den 30. Mai 2002
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Sonntag, den 26. Mai 2002
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Kategorie: Pressemitteilung