Stellenausschreibung

Die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke” mit dem Museum im Stasi-Bunker, getragen vom Bürgerkomitee Leipzig e.V., entstand 1990 in unmittelbarer Folge der Friedlichen Revolution. Sie ist ein weit über Leipzig, Sachsen und Deutschland hinaus bekannter authentischer Ort, der sowohl über die Staatssicherheit als auch über die Friedliche Revolution informiert. Als eines der meistbesuchten Museen in Leipzig ist es ein wichtiger Gedenk- und Lernort für Leipziger und ihre Gäste. Zeitgeschichtliche, aber auch aktuelle Themen werden in Ausstellungen sowie im Rahmen eines umfangreichen Veranstaltungsprogramms und mit gedenkstättenpädagogischer und politischer Bildungsarbeit vermittelt. Die Angebote der Gedenkstätte nehmen jährlich über 100.000 Menschen wahr.

Zur Unterstützung des Arbeitsbereiches Forschung und Vermittlung suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt:

eine Projektmitarbeiterin / einen Projektmitarbeiter
für den Arbeitsbereich Forschung und Vermittlung

(in Vollzeit / 40 Wochenstunden / vorerst befristet auf sechs Monate)
(Kennziffer: PM-2019-HP)

In einem Ausstellungs- und Zeitzeugenprojekt soll die wechselhafte Geschichte des Areals der ehemaligen Leipziger Stasi-Zentrale am früheren Matthäi-Kirchhof recherchiert und vermittelt werden. Die „Runde Ecke“ ist nicht nur ein zentraler Geschichtsort für die Zeit der SED-Diktatur und der Friedlichen Revolution, sondern steht auch in direktem Bezug zur mehr als 1000jährigen Stadtgeschichte Leipzigs. Die erste deutsche Burg „urbe libzi“ um 1015 an der Kreuzung der beiden europäischen Fernhandelsstraßen via regia und via imperii, die Klosterkirche der Franziskaner im 13. Jahrhundert und ihr Nachfolgebau, die Matthäi-Kirche, sollen ebenso in den Blick genommen werden wie die Zerstörung des Stadtquartiers im Zweiten Weltkrieg, die Nutzung des 1913 erbauten Versicherungsgebäudes „Runde Ecke“ als Hauptquartier der US-Armee nach der Befreiung Leipzigs am 18. April 1945 und nachfolgend durch die sowjetische Besatzungsmacht sowie ab 1950 durch die Stasi. Die Recherchen und die Ausstellung sollen eine Grundlage für die aktuellen Debatten um die Weiterentwicklung des Areals bieten. Mit einem ergänzenden Zeitzeugenaufruf sollen schließlich genau jene Menschen gefunden werden, die mit ihren Erinnerungen dazu beitragen können, mehr über Gebäude und Gelände sowie deren Nutzung zu erfahren.

Die Projektmitarbeit umfasst deshalb vor allem folgende Aufgaben:
• Literatur-, Quellen- und Materialrecherche in Archiven, Bibliotheken und Sammlungen
• Anfertigung eines Ausstellungsdrehbuches einschließlich der Erarbeitung von Texten
• Durchführung und Dokumentation von Zeitzeugengesprächen

Ein abgeschlossenes Hochschulstudium (Geschichte, Kultur, Architektur u.ä.) wird ebenso vorausgesetzt wie Kenntnisse zur Geschichte der DDR, idealerweise auch zur Leipziger Stadtgeschichte, Interesse am Thema, Praxiserfahrung mit redaktioneller und konzeptioneller Arbeit sowie der Archivrecherche und dem Umgang mit Zeitzeugen. Neben einem sicheren Umgang mit der deutschen Sprache, Computerprogrammen bringt der/die Bewerber/in auch eine schnelle Auffassungsgabe, die Fähigkeit zur Vermittlung von Inhalten und ein gewisses Einfühlungsvermögen beim Umgang mit Zeitzeugen mit.