Museumsnacht 2017

Samstag, 6. Mai 2017, 9. Museumsnacht Halle-Leipzig im Museum im Stasi-Bunker
17.00 – 23.00 Uhr:
Ständig Führungen durch die original erhaltene unterirdische Anlage. Mobilmachungsplanungen, DDR-weite Nachrichtenkontakte, Vorbereitung auf den Tag „X“ oder die geplante Einrichtung von Isolierungslagern für Oppositionelle: Auch im Ernstfall wollte die Stasi als „Schild und Schwert“ der Partei alles im Griff haben.

Samstag, 6. Mai 2017, 9. Museumsnacht Halle-Leipzig in der ehemaligen zentralen Hinrichtungsstätte der DDR
18.00 – 24.00 Uhr: In der Leipziger Südvorstadt befand sich ab 1960 die zentrale Hinrichtungsstätte der DDR. In einem streng abgetrennten Teil der Strafvollzugseinrichtung Alfred-Kästner-Straße wurden alle im Land ausgesprochenen Todesurteile unter absoluter Geheimhaltung vollstreckt. Während der Museumsnacht wird das Bürgerkomitee Leipzig e. V. ständig Führungen zur Geschichte der Todesstrafe in der DDR durch die authentischen Räume der ehemaligen Hinrichtungsstätte durchführen, die sonst nicht zu besichtigen sind.

Samstag, 6. Mai 2017, 9. Museumsnacht Halle-Leipzig in der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ unter dem Motto „Zeig Dich!“
„Zeig dich, Vergangenheit!“ In original erhaltenen Räumen der Leipziger Stasi-Bezirksverwaltung geben zahlreiche Objekte und Dokumente Einblick in die Arbeitsweise der SED-Geheimpolizei gegen die eigene Bevölkerung sowie deren Offenlegung 1989.

Besonderes Programm:

18.00 – 24.00 Uhr: ständig Führungen: „Hauptamtliche und Inoffizielle Stasi-Mitarbeiter“ „Genossen, wir müssen alles wissen!“ – das war der generelle Auftrag, den Erich Mielke seinen Mitarbeitern erteilt hatte. Die Führungsoffiziere gaben ihn an die Spitzel weiter, deren Berichte erst die Repression gegen das eigene Volk ermöglichten.

18.00 – 24.00 Uhr: ständig Führungen: „Von der Kollermaschine zur Aktenöffnung“ Im Herbst 1989 begann die Stasi die über 40 Jahre lang gesammelten Informationen über DDR-Bürger zu vernichten. Demonstranten verhinderten am 4. Dezember ’89 die weitere Vernichtung und forderten die Offenlegung der Akten.

18.00 – 24.00 Uhr: ständig Führungen: „Passkontrolle – die Staatssicherheit an der Grenze“ Den Stasi-Offizieren – getarnt in Uniformen der Grenzsoldaten – mussten die Reisenden ihre Pässe zeigen. Mit einem Reproduktionsgerät dokumentierte die Stasi diese, um Reisepapiere für konspirative Einsätze von West-IM zu fälschen.

18.00 – 24.00 Uhr: ständig Führungen: „Operative Personenmaskierung“ „Zeig dich nicht“ – war oberstes Gebot bei der Beobachtung Andersdenkender durch die Abt. VIII des MfS. Durch geschickte Tarnungen sollten die hauptamtlichen Stasi-Mitarbeiter bei ihren Einsätzen nicht als solche erkennbar sein.

18.00 – 24.00 Uhr: ständig Führungen: „Telefon- und Postkontrolle“ Täglich öffneten die Stasi-Offiziere allein in Leipzig ca. 2.000 Briefe und drangen damit in das Privatleben der Bürger ein. Die einzigen heute noch erhaltenen Geräte zur Post- und auch Telefonkontrolle des MfS sind Beweise dieser Schnüffelei.

18.00 – 24.00 Uhr: Stadtfunksäule vor der Gedenkstätte: „Die Leipziger Montagsdemonstrationen im Herbst 1989“ Mit den Rufen „Wir sind das Volk“ und „Keine Gewalt!“ zeigten die Montagsdemonstranten auf dem Leipziger Innenstadtring ihren Willen zu demokratischen Veränderungen in Ostdeutschland und forderten das Ende der SED-Diktatur.

18.15 Uhr: Filmvorführung im Kinosaal: „Stasi-Schulungsfilm: Der Revisor“ Nur ihren eigenen Mitarbeitern zeigte die Stasi, wie man auf offener Straße einen regimekritischen Schriftsteller ohne großes Aufsehen verhaftet. Solche Lehrfilme wurden auch in Leipzig bis 1989 im heute noch original erhaltenen Kinosaal vorgeführt.

19.00 / 22.30 Uhr: Führungen durch die Ausstellung: „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ Stolz können die Leipziger und DDR-Bürger sein, 1989 Mut gezeigt und friedlich das Ende der SED-Diktatur herbeigeführt zu haben. Spannende Exponate, Fotos und Dokumente erzählen von diesem Aufbruch in Freiheit und demokratischen Rechtsstaat.

20.00 Uhr: Filmvorführung im Kinosaal: „Wer ist wer? Über die Zusammenarbeit mit IM Eva“ Der Film schildert die besonderen Aufgaben der Führungsoffiziere am realen Fall: Vom Beginn der Zusammenarbeit bis zur Aufkündigung durch IM „Eva“. Daraus folgt eine Vernehmung des Spitzels zur Zurückgewinnung in einem konspirativen Stasi-Objekt.

20.30 Uhr: Vortrag: „Die konspirative Arbeit der Stasi-IM“ Wie die Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) ihre damalige Tätigkeit selbst vor Kollegen, engsten Freunden oder Familienmitgliedern verheimlichten und bis heute darüber schweigen oder dies verleugnen. Vortrag des IM-Experten Prof. Helmut Müller-Enbergs.

21.30 Uhr: Filmvorführung im Kinosaal: "Die Spezialkommission. Geheime Mordermittlung in der DDR“ Die Aufklärung schwerster Verbrechen, wie 1987 die Säuglingsmorde in der Leipziger Kinderklinik, zog die Stasi an sich, ermittelte ohne rechtsstaatliche Grenzen und ausgestattet mit geheimpolizeilichen Befugnissen. Geheimhaltung war oberstes Gebot.

23.30 Uhr: Filmvorführung im Kinosaal: „Huren unter Honecker“ Zeig deinen Körper. Prostitution gab es in der DDR offiziell nicht, aber zur Leipziger Messe wurde sie geduldet. In verwanzten Hotelzimmern gelangten auf diese Weise auch Informationen über westdeutsche Geschäftsleute an die Stasi.