24. März 2017

Alle Veranstaltungen am Freitag, den 24. März 2017, im Überblick


Buchvorstellung und Gespräch, ehemaliger Stasi-Kinosaal, 12.00 Uhr:
Ariane Zabel
"Man will es vergessen und vergisst keinen Tag" - Erinnerungen an politische Gefangenschaft

Seit 2014 befragt der Landesverband Sachsen der Vereinigung der Opfer des Stalinismus e.V. (VOS) seine Mitglieder zu ihren Lebensgeschichten. Damit möchte er an die kommunistische Gewaltherrschaft erinnern, damit dieser Teil der Vergangenheit auch in der heutigen Gesellschaft nicht in Vergessenheit gerät, vor allem aber die Zeitzeugnisse für die zukünftige Aufarbeitung der SED-Diktatur sichern. Die Autorin Ariane Zabel spricht mit der Zeitzeugin Christine Liszewski, deren Geschichte verdeutlicht, welche Konsequenzen Kinder politisch Inhaftierter aufgrund des Schicksals ihrer Eltern ertragen mussten.
In Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) Sachsen e.V.

Buchvorstellung und Diskussion, ehemaliger Stasi-Kinosaal, 14.00 Uhr:
Tilman Pohlmann
Die Ersten im Kreis - Herrschaftsstrukturen und Generationen der SED (1949-1971)

Die flächendeckende Durchsetzung der SED-Diktatur oblag vor allem den SED-Kreisleitungen. Eine besondere Bedeutung kam ihren jeweiligen 1. Sekretären zu. Der Autor Tilman Pohlmann untersucht in seiner Publikation erstmals die biografischen Hintergründe und internen Strukturen der SED-Kreisleitungen sowie ihr Funktionieren in der Ära Ulbricht und geht der Frage nach, mit welchen Strukturen und Funktionären die Vormachtstellung der Partei auf den unteren Rängen der DDR Gesellschaft auf- und ausgebaut wurde. Moderation: Clemens Vollnhals, amtierender Direktor des HAIT
In Zusammenarbeit mit dem Vandenhoeck und Ruprecht Verlag und dem Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung (HAIT)


Buchvorstellung und Gespräch, ehemaliger Stasi-Kinosaal, 16.00 Uhr
Timo Meskank
Die Sorben im Blick der Staatssicherheit - Die Akten der K5 und des MfS der DDR 1949-1989
Bis heute weist die sorbische Geschichtsschreibung Lücken über die DDR-Zeit auf, die besonders deutlich beim Thema Überwachung der Sorben durch die Staatssicherheit wird, das der Autor nun intensiv erforscht hat. Unter der Moderation des sächsischen Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Lutz Rathenow schildert er, wie das MfS das sorbische nationale Leben beobachtet und beeinflusst hat und versucht, die Mitarbeit Einzelner im konspirativen Netz des Ministeriums darzustellen.
In Zusammenarbeit mit dem Domowina-Verlag und dem Sächs. Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur


Buchvorstellung und Gespräch, ehemaliger Stasi-Kinosaal, 18.00 Uhr:
Wolfgang Bauernfeind
Menschenraub im Kalten Krieg - Täter, Opfer, Hintergründe

Bis zum Mauerbau 1961 entführte die Staatssicherheit Hunderte Menschen aus der Bundesrepublik und ließ sie zu langjährigen Haft-strafen verurteilen. Die Opfer waren frühere SED-Funktionäre, die die Seite gewechselt hatten, Mitglieder von Organisationen, die gegen die SED-Diktatur agitierten oder DDR-Flüchtlinge, die für aliierte und westdeutsche Geheimdienste arbeiteten. Seine spannend geschriebene Auswahl staatlicher Entführungsfälle stellt der Autor gemeinsam mit Karl Wilhelm Fricke, einem der bekanntesten Entführungsopfer, vor. Der 1929 geborene Fricke wurde als Journalist 1955 von der Staatssicherheit aus West-Berlin in die DDR entführt und saß bis 1959 in der Stasi-Sonderhaftanstalt Bautzen II. Später war er einer der konsequentesten Kritiker des SED-Regimes im Westen.
In Zusammenarbeit mit dem Mitteldeutschen Verlag


Lesung und Gespräch, Ausstellungsräume, 19.00 Uhr:
Karin Bulland
Überleben nicht erwünscht

Karin Bulland wächst in der DDR auf und ist vom Sozialismus überzeugt. Sie wird eine starke Frau, die zahlreichen Menschen helfen kann. Sie riskiert viel für andere, wird aber schließlich kaltgestellt und mit dem Tod bedroht: Als Gesunde kommt sie zwangsweise in die Psychiatrie. Nach drei Jahren wird Karin Bulland entlassen. Dass ihr Tod geplant war, erfährt sie erst später; „Rückkehr unerwünscht“ lautete der Stempel auf Karin Bullands Akte. Die Autorin schildert in ihrem autobiografischen Roman ihre Erinnerungen an die Psychiatrie und auch an ihr Leben danach.
In Zusammenarbeit mit dem Brunnen-Verlag


Buchpremiere und Diskussion, ehemaliger Stasi-Kinosaal, 20.00 Uhr:
Nancy Aris
Das lässt einen nicht mehr los - Opfer politischer Gewalt erinnern sich

Über viele Jahre hinweg führten Mitarbeiter des damaligen Sächsischen Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Interviews mit Opfern kommunistischer Gewaltherrschaft. Aus diesen teils sehr umfangreichen Gesprächen destillierte Nancy Aris nun die Essenz. Entstanden sind 32 Porträts, die ein facettenreiches Bild der DDR mit ihrer Vor-und Nachgeschichte zeichnen. So erschütternd die Schilderungen auch sind, so hoffnungsfroh stimmen kleine Zeichen der Mitmenschlichkeit, die es trotzdem gab. Die Autorin Nancy Aris stellt das Buch vor und gibt Einblicke in seine spannende Entstehungsgeschichte. Danach werden ausgewählte Passagen von den Schauspielern Lynne Eichhorst und Ullrich Reuscher gelesen und Originalausschnitten aus den Interview gegenübergestellt. Im Anschluss spricht die Autorin mit der Zeitzeugin Else Thomas unter der Moderation des sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Lutz Rathenow über Chancen und Schwierigkeiten solcher Verdichtungen. Dabei wird auch diskutiert, wie glaubwürdig Zeitzeugenberichte sind und welchen Wert sie für die zukünftige Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur haben können.
In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Verlagsanstalt und dem Sächs. Landesbeauf-tragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

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