25. und 26. März 2017

Alle Veranstaltungen am Samstag, den 25. März 2017 und Sonntag, den 26. März 2017, im Überblick


Samstag, 25. März 2017:

Lesung und Gespräch, ehemaliger Stasi-Kinosaal, 14.00 Uhr
Nancy Aris
Dattans Erbe

Die Suche nach dem verschollenen Tagebuch Adolph Dattans führt die Historikerin Anna Stehr nach Wladiwostok. Der aus Thüringen stammende Dattan baute dort das Kaufhaus Kunst & Albers auf, noch bevor es in Europa Kaufhäuser gab. Sie stößt auf eine Biografie, die in das Getriebe der Geschichte geraten ist. Spannend erzählt Nancy Aris in ihrem Roman vom zaristischen Russland, vom Ende der Sowjetunion und von der Gegenwart unter Putin.
In Zusammenarbeit mit dem Mitteldeutschen Verlag


Lesung und Gespräch, ehemaliger Stasi-Kinosaal, 16.00 Uhr
Stefanie Wally
Akte Luftballon

Die sechsjährige Stefanie aus der Bundesrepublik lässt 1977 mit ihrem Vater einen Luftballon in den Himmel steigen, der ihre Adresse enthält. Nach wenigen Tagen bekommt sie Post von einem gleichalt-rigen Mädchen aus der DDR. Eine deutsch-deutsche Freundschaft beginnt, die keine Grenzen kennt, jedoch längst die Aufmerksamkeit der Staatssicherheit auf sich gezogen hat. Der Roman erzählt die Geschichte der beiden Mädchen und liefert gleichzeitig ein Stück Zeitgeschichte eines geteilten Deutschlands der 1970er und 80er Jahre.
In Zusammenarbeit mit dem Elisabeth Sandmann Verlag


Buchvorstellung und Diskussion, ehemaliger Stasi-Kinosaal, 18.00 Uhr
Doris Liebermann
Gespräche mit Oppositionellen

Während ihrer langjährigen Beschäftigung als Rundfunkautorin führte die Autorin Doris Liebermann zahlreiche Interviews mit DDR-Oppositionellen. Das umfangreiche Tonmaterial, das sie für Radiosendungen zusammentrug, wurde nie in vollem Umfang ausgestrahlt. In ihrem neuen Buch veröffentlicht Doris Liebermann die Langfassung einiger besonders aussagekräftiger Interviews bekann-ter DDR-Oppositioneller. Im Gespräch mit der Autorin berichten Rainer Eppelmann, Stefan Brandt und Lilo Fuchs (angefragt) über das Leben im SED-Staat und die Überwachung durch die Staatssicherheit.
In Zusammenarbeit mit dem Metropol Verlag


Lesung und Gespräch, Ausstellungsräume, 19.00 Uhr
Martina Mosebach
Die Grenzschwimmerin

Katharina weiß fast nichts über die Vergangenheit ihrer Mutter Mischa, einer gefeierten Leistungsschwimmerin in der DDR. Nach deren unerwartetem Tod 2004 reist Katharina in den Heimatort ihrer Mutter und begibt sich auf Spurensuche. Dort erfährt sie von Mischas verbotener Liebe, ihrer Flucht über das Meer und davon, wie unmenschlich hoch der Preis war, den Mischa in der SED-Diktatur für ihren Erfolg zahlen musste. Der Roman erzählt spannend von einer nicht ganz einfachen Mutter-Tochter-Beziehung, den brutalen Trainingsmethoden im Leistungssport der DDR sowie den Gefahren bei der Flucht in den Westen.
In Zusammenarbeit mit dem Punktum Verlag


Peter Wensierski
Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution - Wie eine Gruppe junger Leipziger die Rebellion in der DDR wagte

Ende der 1980er Jahre finden in Leipzig junge Leute zusammen, die es satt haben, sich ihr Leben von anderen vorschreiben zu lassen. Sie wohnen gemeinsam in Abrisshäusern, planen in langen Nächten am See ihre nächsten Aktionen, drucken heimlich Flugblätter, feiern in ihrer illegalen Nachtbar, bis der Morgen anbricht und demonstrieren 1989 am Tag in der ersten Reihe. Sie werden verfolgt, aber mit jeder neuen Aktion verlieren sie ihre Angst und die SED-Diktatur an Kraft. Deutschland erlebt von Leipzig aus zum ersten Mal in der Geschichte eine gelungene und noch dazu Friedliche Revolution. Der Autor Peter Wensierski erzählt die wahre Geschichte einer ungewöhnlichen Gruppe junger Leute, die einen Kampf führten, den andere für aussichtslos hielten. Dass er die Geschichte erstmals aus der damaligen Perspektive der jungen Leute erzählt, macht diesen Roman besonders spannend. Peter Wensierski, *1954, arbeitet seit 1993 im Deutschland-Ressort des SPIEGEL. Als Dokumentarfilmer und Fernsehjournalist berichtete er zuvor über gesell-schaftspolitische Themen aus Ost- und Westdeutschland. Für den Film „Mauerläufer“ erhielt er 1986 den „Bundesfilmpreis“.

18.30 Uhr: Open Air-Lesung in der Leipziger Innenstadt
Der Autor liest an fünf historischen Orten in der Leipziger Innenstadt aus seinem Buch. Treffpunkt: Zugang Citytunnel Markt (Untergrundmessehaus)

20.00 Uhr: Buchpräsentation, Gespräch und Filmvorführung in der Gedenkstätte
Im Anschluss an die Open Air-Lesung zeigt Peter Wensierski im ehe-maligen Stasi-Kinosaal der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ bei der Recherche neu gefundene Filmaufnahmen erzählt Geschichten, die nicht ins Buch passten und spricht mit Zeitzeugen.
In Zusammenarbeit mit der Deutschen Verlagsanstalt

 

Sonntag, 26. März 2017:

Matinée-Lesung, ehemaliger Stasi-Kinosaal, 11.00 Uhr:
Paula Fürstenberg
Familie der geflügelten Tiere

Schon als Kind hatte Johanna eine Vorliebe für Landkarten, die die Welt überschaubar machten und zugleich die Fantasie anregten. Nach dem Abitur ist sie aus der Uckermark nach Berlin gezogen, wo sie zum Ärger ihrer Mutter eine Ausbildung zur Straßenbahnfahrerin macht, anstatt zu studieren. Mit Reiner, ihrem Ausbilder, bewegt sie sich durch das wohlgeordnete Liniennetz der Großstadt und lacht über alte DDR-Witze, ohne sie zu verstehen. Mit Karl, dem elternlosen Weltenbummler, beginnt sie eine Affäre. Ihr Vater Jens hat die Familie 1989 kurz vor dem Mauerfall verlassen, da war Johanna zwei Jahre alt. Außer einer Postkarte an der Wand erinnert nichts an ihn. Doch dann ruft Jens an, und Johannas Lebenskonstrukt gerät ins Wanken. Ist er geflohen? Wurde er verhaftet? Hatte Johannas Mutter etwas damit zu tun oder gar Honeckers Krankengymnastin? Wie ist es, wenn man keine Erinnerungen an den eigenen Vater hat? Und keine an das Land namens DDR, in dem man geboren wurde? Wenn man auf das Gedächtnis anderer angewiesen ist, um die eigene Geschichte zu verstehen? Die Autorin Paula Fürstenberg erzählt in ihrem Roman zart, virtuos und voller feinem Humor von einer berührenden Vatersuche und von einer Tochter, die sich alten Fragen neu stellen muss. Von blinden Flecken, biografischen Brüchen und von der Notwendigkeit, eine Geschichte zu haben, in der man sich einrichten kann.
In Zusammenarbeit mit dem Kiepenheuer & Witsch Verlag

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