Stolpersteine

Neue STOLPERSTEINE in Leipzig am 29. November 2019

Bisher liegen 549 STOLPERSTEINE an 192 Orten in Leipzig. Jetzt werden 16 weitere Steine für Opfer der NS-Diktatur folgen. Vor den ehemaligen Wohnorten verfolgter und ermordeter Menschen verlegt der Kölner Bildhauer Gunter Demnig diese Erinnerungsmale ebenerdig in den Gehweg.

13:00 Uhr   Oeserstr. 23
Die Eheleute Jenny und Siegmund Adler lebten viele Jahre in der Oeserstr. Seit 1937 wohnte die verwitwete Clementine Spiegl bei ihrer Tochter. Alle drei wurden 1942 nach Theresienstadt deportiert. Während Frau Spiegl kurze Zeit später im Ghetto umkam, wurden Jenny und Siegmund Adler 1944 nach Auschwitz gebracht und ermordet.

13:30 Uhr   Fockestr. 8b
Ein Schülerprojekt der Apollonia-von-Wiedebach-Schule beschäftigt sich mit dem Schicksal der 4-köpfigen jüdischen Familie Sonder. Der Kaufmann Arthur Sonder wurde von den Nazis gnadenlos enteignet. Der Familie gelang 1936, mittlerweile nahezu mittellos, die Flucht nach England und entkam der jahrelangen Diskriminierung.

14:15 Uhr   Bauhofstr. / Turnhalle
Auf dem überbauten Quartier befand sich damals die Turnerstr. 9. Hier wohnte Werner Kähler. Auf Grund seiner Homosexualität wurde er seit 1935 immer wieder verhaftet und bekam das Stigma eines „Berufsverbrechers“. Nach 1940/41 durchlebte Herr Kähler verschiedene Konzentrationslager. Aus Sachsenhausen konnte er 1945 befreit werden.

15:00 Uhr   Thomasiusstr. 7
Moritz Neger wurde auf Grund seiner jüdischen Abstammung 1938 nach Polen abgeschoben. Damit verliert sich seine Spur. Im von Deutschland besetzten Polen kam er ums Leben.

15:30 Uhr   Keilstr. / Ecke Gerberstr.
In der Keilstr. 18 wohnte die Familie Goldfaden. Der Witwe Cilka Goldfaden gelang es, ihre drei Kinder noch rechtzeitig aus Deutschland rauszubekommen. Sie selbst wurde 1942 nach Riga deportiert und kam 1944 im KZ Stutthof ums Leben.

16:00 Uhr   Gohliser Str. 2
Im Familienkontext mit Moritz Neger steht das Schicksal der Geschwister Anna (verh. Fuchs) und David Schanzer. Ihnen gelang noch kurz vor Kriegsbeginn die Flucht nach Frankreich. Nach dem Überfall Deutschlands misslang die Flucht in die Schweiz. Aus dem Lager Drancy wurden beide 1942 nach Auschwitz deportiert und ermordet. Zu den Verlegungen begrüßen wir wieder aus dem Ausland angereiste Familienmitglieder. Musikalische Begleitung: André Bauer (Saxophon)

Weitergehende Informationen zu den einzelnen Schicksalen können Sie auf unserer Homepage www.stolpersteine-leipzig.de nachlesen.