Runde Ecke

Öffnungszeiten am 10. September 2017: 10.00 – 18.00 Uhr

Leipzig gilt als die Stadt der Friedlichen Revolution. Zu den Schauplätzen des Umbruchs zählt auch die „Runde Ecke“, die einstige Bezirksverwaltung für Staatssicherheit. Hier, wo im Herbst ’89 die mächtigen Montagsdemonstrationen vorbeiführten, wurde am 4. Dezember 1989 eine wichtige Forderung der Friedlichen Revolution Wirklichkeit: Engagierte Bürger besetzten das Gebäude und legten die Arbeit der Stasi-Zentrale lahm. Noch in derselben Nacht bildete sich das Bürgerkomitee.

Seit 1990 zeigt der Verein in original erhaltenen Räumen in der „Runden Ecke“ die Ausstellung „STASI - Macht und Banalität“. Die Hinterlassenschaften des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), die hier zu sehen sind, informieren über Geschichte, Struktur und Arbeitsweise der berüchtigten Geheimpolizei. Ein Rundgang durch die Ausstellung vergegenwärtigt dem Besucher, wie die SED ihren Überwachungsstaat aufbaute und die DDR-Bürger ihrer demokratischen Grundrechte beraubte. Dabei soll auch bewusst werden, wie bedeutsam die Errungenschaften der Friedlichen Revolution bis heute sind.

Führungen: 11.00 – 16.00 Uhr, jeweils zur halben und vollen Stunde: Sonderführungen „Stasi intern. Rundgang durch die ehemalige Zentrale des MfS - Vom Keller zum Boden und anderen Orten des (un)heimlichen Gebäudekomplexes.“

In der ehemaligen Bezirksverwaltung des MfS Leipzig im Altbau Dittrichring 24 sowie im Saalbau Goerdelerring 20 befindet sich die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“. Die Gedenkstätte will Geschichte durch den Erhalt authentischer Orte lebendig werden lassen. Im Museum und im ehemaligen Stasi-Kinosaal tragen originale Tapeten, Fußbodenbeläge und Einrichtungsgegenstände dazu bei, Atmosphäre und Wirkung der ehemaligen Räume der Leipziger Stasi-Bezirksverwaltung zu erhalten und erleichtern so den Zugang zu den vermittelten Themen.

Zum Gesamtareal gehörte seit Mitte der 1980er Jahre auch der Neubau Große Fleischergasse 12, der heute durch die Stadt Leipzig als Verwaltungsgebäude genutzt wird. Auch in diesem Gebäude befinden sich noch originale Einrichtungen, wie beispielsweise die Bunkeranlage im 2. Kellergeschoss oder der Wartebereich der Stasi-eigenen Poliklinik in der 1. Etage.

11.00 Uhr, Stadtrundgang „Auf den Spuren der Friedlichen Revolution“

Während des ganzen Jahres 1989 hielten eine Vielzahl öffentlicher Aktionen von Bürgerrechtsgruppen, wie die Demonstration für Meinungs- und Pressefreiheit im Januar, der Pleißepilgerweg und das Straßenmusikfestival im Juni oder die entscheidende Massendemonstration am 9. Oktober, die SED und vor allem die Staatssicherheit in Atem. Der Stadtrundgang „Auf den Spuren der Friedlichen Revolution“ erinnert an markanten Punkten der Leipziger Innenstadt an die historische Entwicklung des Jahres 1989. Zeitgeschichte wird am Ort des Geschehens erzählt und damit für die Besucher der Stadt Leipzig lebendig und nachvollziehbar.

Der Stadtrundgang führt Sie unter anderem zum Nikolaikirchhof, wo schon im Frühjahr ’89 der Ruf nach Freiheit laut wurde, zum Augustusplatz, auf dem im Herbst Massenkundgebungen stattfanden, und am Leipziger Ring entlang, der Marschroute der Demonstrationen. Sie erleben während der Stadtführung auch, wie sich Leipzig seit 1989 entwickelt hat.

Treffpunkt: Hauptportal Nikolaikirche