Museumsnacht 2018

Programm der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, dem Museum im Stasi-Bunker und der ehemaligen Zentralen Hinrichtungsstätte der DDR zur Museumsnacht „KULT“

 

In der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ von 18.00 bis 24.00 Uhr:

„Kult und Diktatur“: In den original erhaltenen Räumen der Leipziger Stasi-Zentrale geben zahlreiche Objekte und Dokumente Einblick in die Arbeitsweise der kommunistischen Geheimpolizei als Garant der SED-Diktatur und über deren Überwindung durch die Friedliche Revolution.

Besonderes Programm in der Ausstellung „Stasi – Macht und Banalität“:

18.00 – 24.00 Uhr: ständig Führungen: „Karl Marx – die Ikone des Kommunismus“
Die SED sah sich als marxistisch-leninistische Partei in direkter Tradition der Lehren des vor genau 200 Jahren geborene Karl Marx. Seine Theorien bildeten die ideologische Grundlage aller kommunistischen Diktaturen. Es gab einen ausufernden Personen-Kult um ihn – auch innerhalb der Stasi.

18.00 – 24.00 Uhr: ständig Führungen: „Lenin, Dzierzynski und der Tscheka-Kult der Stasi“
Nach der gewaltsamen Machtergreifung der Bolschewiki 1917 waren Terror und Gewalt von Anfang an zentrales Element zur Durchsetzung der kommunistischen Diktatur in der Sowjetunion. Die Staatssicherheit der DDR betrachtete sich als „deutsche Tscheka“ und verehrte deren Gründer kultisch.

18.00 – 24.00 Uhr: ständig Führungen: „Der Westen war Kult – Telefon- und Postkontrolle“
Es war ein offenes Geheimnis, dass die Stasi Briefe, Pakete und Telegramme kontrollierte und Telefonate abhörte. Aus dem „Westen“ sollte nichts in die DDR gelangen. Die einzigen heute noch erhaltenen Geräte zur Post- und Telefonkontrolle der Stasi sind Beweise dieser Schnüffelei.

18.00 – 24.00 Uhr: ständig Führungen: „Hauptamtliche und Inoffizielle Stasi-Mitarbeiter“
„Wir müssen alles wissen!“ – das war der generelle Auftrag, den der „Genosse Minister“ Erich Mielke seinen Stasi-Offizieren erteilt hatte. Die Führungsoffiziere gaben ihn an die IM weiter. Da Verrat auch in der Diktatur nicht „kultig“ ist, sollten deren Arbeit unbedingt geheim bleiben.

18.00 – 24.00 Uhr: ständig Führungen: „Ost-Kult: Sehnsucht nach der Diktatur?“
Die kommunistische Diktatur in der DDR mit ihren perfiden Repressionen gegen die eigene Bevölkerung wird oft verharmlost. „Ostalgie“ heißen die DDR-Geschäfte und unreflektierten DDR-Museen die einen scheinbar unpolitischen Alltag in der SED-Diktatur unterstellen, den es so nicht gab.

18.00 – 24.00 Uhr: ständig Führungen: „Die beste DDR – Kultobjekt DDR-Sport“
In der DDR wurde auch der Sport instrumentalisiert und von der SED genutzt, die vermeintliche Überlegenheit ihres Systems zu beweisen. Die Erfolge wurden auch mit staatlichem Zwangsdoping erreicht. Der Sport diente aber auch der Erziehung „Sozialistischer Persönlichkeiten“.

18.00 – 24.00 Uhr: ständig Führungen: „Aufbruch der Friedlichen Revolution“
Erst mit den Demonstrationen im Herbst 1989 konnten sich die Menschen in der DDR der jahrzehntelangen SED-Diktatur erwehren und deren Macht brechen. Spannende Exponate, Fotos und Dokumente erzählen vom Mut der Menschen und der Friedlichen Revolution die den Weg frei machte zur Deutsche Einheit.

18.00 – 24.00 Uhr: Stadtfunksäule vor der Gedenkstätte: „Die Leipziger Montagsdemonstrationen im Herbst 1989“
Mit den Rufen „Wir sind das Volk“ und „Keine Gewalt!“ forderten die Montagsdemonstranten auf dem Leipziger Innenstadtring das Ende der SED-Diktatur. Sie wollten stattdessen Freiheit, Bürgerrechte und einen demokratischen Rechtsstaat.

Besonderes Programm in der Ausstellung „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution:

18.15 Uhr: Filmvorführung im Stasi-Kinosaal: Stasi-Schulungsfilm: „Der Revisor“
Nur den eigenen Mitarbeitern zeigte die Stasi, wie man auf offener Straße einen regimekritischen Schriftsteller ohne großes Aufsehen verhaftete oder konspirative Wohnungen durchsuchte. Solche Lehrfilme wurden auch in Leipzig bis 1989 im bis heute original erhaltenen Kinosaal vorgeführt.

19.00 / 21.00 Uhr: Führungen durch die Ausstellung: „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ (im Stasi-Kinosaal)
Die DDR-Bevölkerung kann stolz sein, 1989 Mut gezeigt und friedlich das Ende der SED-Diktatur herbeigeführt zu haben. Von Leipzig gingen wichtige Impulse für das ganze Land aus. Spannende Exponate, Fotos und Dokumente erzählen vom gesellschaftlichen Aufbruch zu Freiheit und Demokratie.

20.00 Uhr: Konzert: Stephan Krawczyk: „Mein Freund, der Feind, ist tot“ (im Stasi-Kinosaal)
Der Liedermacher Stephan Krawczyk erzählt, liest und singt über seine Erfahrung mit der totalitären SED-Diktatur. Wegen systemkritischer Aussagen wurde der Künstler jahrelang von der Stasi beobachtet und schließlich verhaftet und ausgebürgert. Das Ende der DDR erlebte er in West-Berlin.

22.00 Uhr: Filmvorführung im Kinosaal: Dokumentarfilm „Erich Mielke – Meister der Angst“ (im Stasi-Kinosaal)
Arbeitersohn, Emigrant, Polizistenmörder und Stasi-Minister – Mielke war einer der mächtigsten Männer der SED-Diktatur. Er führte und formte den Unterdrückungsapparat, dessen Terror Zehntausende ins Gefängnis brachte. 1989 auf dem Höhepunkt seiner Macht, resignierte er 1991 in Haft.

23.30 Uhr: Filmvorführung im Stasi-Kinosaal: Dokumentarfilm: „Huren unter Honecker“
Prostitution gab es in der DDR offiziell nicht, aber zur Leipziger Messe wurde sie geduldet. In verwanzten Hotelzimmern gelangten auf diese Weise auch Informationen über westdeutsche Geschäftsleute an die Stasi.

 

In der Zentralen Hinrichtungsstätte der DDR von 18.00 Uhr bis 24.00 Uhr: Ständig Führungen
In der Leipziger Südvorstadt befand sich ab 1960 die zentrale Hinrichtungsstätte der DDR. In einem streng abgetrennten Teil der Strafvollzugseinrichtung Alfred-Kästner-Straße wurden alle im Land ausgesprochenen Todesurteile unter absoluter Geheimhaltung vollstreckt. Während der Museumsnacht wird das Bürgerkomitee Leipzig e. V. ständig Führungen zur Geschichte der Todesstrafe in der DDR durch die authentischen Räume der ehemaligen Hinrichtungsstätte durchführen, die sonst nicht zu besichtigen sind.

 

Im Museum im Stasi-Bunker von 17.00 bis 23.00 Uhr: Ständig Führungen Ständig Führungen durch die original erhaltene unterirdische Anlage.
Mobilmachungsplanungen, DDR-weite Nachrichtenkontakte, Vorbereitung auf den Tag „X“ oder die geplante Einrichtung von Isolierungslagern für Oppositionelle: Auch im Ernstfall wollte die Stasi als „Schild und Schwert“ der Partei alles im Griff haben.