Museumsnacht 2019

12. Museumsnacht Halle-Leipzig in der Gdenkstätte Museum in der "Runden Ecke"

Freiheit statt Unfreiheit: 1989 fällt der Eiserne Vorhang. Seit der Friedlichen Revolution vor 30 Jahren informiert das Museum in originalen Räumen über die Arbeitsweise der SED-Geheimpolizei und ihre Repressionen sowie die Überwindung der Diktatur in der DDR.

Besonderes Programm in der Ausstellung „Stasi – Macht und Banalität“:

18.00 – 24.00 Uhr: ständig Führungen: „Nichts bleibt verborgen I: Die Stasi unterwegs auf der Straße und in konspirativen Wohnungen“
Um bei Einsätzen unerkannt zu bleiben, spionierten Stasi-Mitarbeiter gut getarnt mit versteckten Kameras missliebige Bürger aus. Inoffizielle Mitarbeiter (IM) berichteten ihrem Führungsoffizier in von der Stasi angemieteten Wohnungen über Kollegen, Freunde oder sogar die Familie.

18.00 – 24.00 Uhr: ständig Führungen: „Nichts bleibt verborgen II: Telefon- und Postkontrolle“
Täglich öffneten die Stasi-Offiziere allein in Leipzig etwa 2.000 Briefe und drangen damit in das Privatleben der Bürger ein. Die einzigen heute noch erhaltenen Geräte zur Post- und auch Telefonkontrolle des MfS sind Beweise dieser Schnüffelei.

18.00 – 24.00 Uhr: ständig Führungen: „Von der Kollermaschine zur Aktenöffnung“
Im Herbst 1989 begann die Stasi die über 40 Jahre lang gesammelten Informationen über DDR-Bürger zu vernichten, um so keinen Einblick in ihr menschenverachtendes Tun zu gewähren. Demonstranten verhinderten am 4. Dezember ’89 die weitere Vernichtung und forderten die Offenlegung der Akten.

18.00 – 24.00 Uhr: ständig Führungen: „Stasi-Knast statt Freiheit“
Tausende politische Häftlinge saßen völlig isoliert hinter dicken Mauern und Glasbausteinen statt Fenstern in Stasi-Untersuchungshaft. „Versuchte Republikflucht“ bspw. beim Transit durch die DDR war einer von vielen Gründen für die Freiheitsberaubung.

18.00 – 24.00 Uhr: ständig Führungen: „Getreu der Ideologie der Tscheka: Die Stasi als bewaffnete Geheimpolizei“
Zur Durchsetzung der kommunistischen Diktatur nutzten bereits die sowjetischen Tschekisten Terror und Gewalt. Auch die Stasi, die sich in deren Tradition sah, war auf den Ernstfall vorbereitet – zu dem es im Herbst ’89 zum Glück nicht kam.

18.00 – 24.00 Uhr: Stadtfunksäule: „Die Leipziger Montagsdemonstrationen im Herbst 1989“
Mit den Rufen „Wir sind das Volk“ und „Keine Gewalt“ forderten die Montagsdemonstranten auf dem Leipziger Innenstadtring das Ende der SED-Diktatur. Sie wollten stattdessen Freiheit, Bürgerrechte und einen demokratischen Rechtsstaat.

18.00 – 24.00 Uhr: Quiz: „Von der Stasi-Repression zur Überwindung der SED-Diktatur“
Wie gut kennen Sie das Museum in der „Runden Ecke“? Testen Sie Ihr Wissen. Wenn Sie alle Fragen richtig beantworten, haben Sie die Chance auf eine kostenlose Sonderführung durch die ehemalige Stasi-Zentrale für zwei bis fünf Personen.

Besonderes Programm in der Ausstellung „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ im ehem. Stasi-Kinosaal:

18.15 – 18.40 Uhr: Filmvorführung im Kinosaal: Stasi Schulungsfilm: „Wer ist wer? Über die Zusammenarbeit mit IM Eva“
Der Film schildert die besonderen Aufgaben der Führungsoffiziere am realen Fall: Vom Beginn der Zusammenarbeit bis zur Aufkündigung durch IM „Eva“. Daraus folgt eine Vernehmung des Spitzels zur Zurückgewinnung in einem konspirativen Stasi-Objekt.

18.45 / 22.00 Uhr: Vortrag und Gespräch: „Die konspirative Arbeit der Stasi-IM“ (je 45 min)
Wie die Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) ihre damalige Tätigkeit selbst vor Kollegen, engsten Freunden oder Familienmitgliedern verheimlichten und bis heute darüber schweigen oder dies verleugnen. Vortrag des IM-Experten Prof. Helmut Müller-Enbergs.

19.30 / 21.15 Uhr: Kurzführung „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“
Stolz können die Leipziger und DDR-Bürger sein, 1989 friedlich das Ende der SED-Diktatur herbeigeführt zu haben. Spannende Exponate, Fotos und Dokumente erzählen von diesem Aufbruch in die Freiheit und in einen demokratischen Rechtsstaat.

20.15 (1)/20.45 (2)/22.45 (3)/23.15 (4) Kurzfilme und Gespräche mit Peter Wensierski: Über Tabu-Themen in der DDR (je 30 min.)
Für das Politmagazin „Kontraste“ berichtete der TV-Journalist u.a. über Suizid (1), rebellische Jugend (2), Neonazis (3) und Opposition (4) in der DDR. Die Beiträge mit einer Ost- und Westperspektive sind heute sonst nicht mehr zu sehen.

23.45 – 00.05 Uhr: Filmvorführung im Kinosaal: Stasi-Schulungsfilm: „Bosse, Schleuser, Tipper: Menschenhandel an der Staatsgrenze“
Stasi-Mitarbeiter wurden auch über die Mittel und Methoden verschiedener Fluchthilfeorganisationen geschult. Der Film enthält neben konkreten Fluchtaktionen auch Auszüge aus den Aussagen der Fluchthelfer bei der Stasi und vor DDR-Gerichten.

 

 

12. Museumsnacht Halle-Leipzig im Museum im Stasi-Bunker bei Machern

Im Naherholungsgebiet „Lübschützer Teiche“ liegt die einstige Ausweichführungsstelle des Leipziger Stasi-Chefs. Der Bunker und das 5,2 Hektar große Gelände sollten ihm und weiteren 100 Mitarbeitern im Spannungs- und Mobilmachungsfall als Dienstsitz dienen.

17.00 – 23.00 Uhr: Ständige Führungen im geheimen Bunker der Stasi:

Mobilmachungsplanungen, DDR-weite Nachrichtenkontakte, Vorbereitung auf den Tag „X“ oder die geplante Einrichtung von Isolierungslagern für Oppositionelle. Auch im Ernstfall wollte die Stasi als „Schild und Schwert“ der Partei die SED-Diktatur sichern. Zugänglich sind das 1.500m² große Bunkerinnere und das rund 5 Hektar umfassende denkmalgeschützte Gesamtgelände.

Achtung! Die Fahrtberechtigung auf der Eintrittskarte gilt nicht für die Tarifzonen bis zum Bahnhof Machern! Fußweg ca. 30 Minuten. Anfahrt mit dem Auto über B6 Richtung Wurzen. Im Ort Richtung Zeltplatz Lübschützer Teiche abbiegen. Parkplatz Naherholungsgebiet Lübschützer Teiche nutzen. Der Fußweg zum Museum ist unbeleuchtet. Bitte Taschenlampe mitbringen! 

 

 

12. Museumsnacht Halle-Leipzig in der ehemaligen Zentrale Hinrichtungsstätte der DDR

In einem abgetrennten Teil der früheren Haftanstalt im Leipziger Süden befand sich ab 1960 in der Heizerwohnung die zentrale Hinrichtungsstätte. In den noch original erhaltenen Räumen wurden alle DDR-Todesurteile unter absoluter Geheimhaltung zentral vollstreckt.

18:00 – 0:00 Uhr: Führungen zur Geschichte der Todesstrafe in der DDR:

Todesurteile wurden in der DDR wegen Mordes, NS-Verbrechen und verschiedener Straftaten im Bereich Staats-/Wirtschaftserbrechen ausgesprochen. Oft waren die Tatvorwürfe manipuliert. Bis 1987 kamen aktuellen Erkenntnissen zufolge 64 Menschen zu Tode.