August 2019

Ausstellungsführungen und Veranstaltungen im August 2019

• täglich, 15.00 Uhr: öffentliche Führung durch die Ausstellung „Stasi – Macht und Banalität“, Treffpunkt: Eingangsbereich der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“.

• jeden Dienstag, 16.00 Uhr: Rundgang „Stasi intern“ – Hinter den Kulissen der „Runden Ecke“. Treffpunkt: Eingangsbereich der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“.

• jeden Freitag und Samstag, 16.30 Uhr: öffentliche Führung durch die Ausstellung „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“, Treffpunkt: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, ehemaliger Stasi-Kinosaal.

• jeden Samstag, 14.00 Uhr: Stadtrundgang „Auf den Spuren der Friedlichen Revolution“. Treffpunkt: Hauptportal Nikolaikirche.

• jedes letzte Wochenende, je 13.00 bis 16.00 Uhr: Museum im Stasi-Bunker (ehemalige Ausweichführungsstelle des MfS) in Machern geöffnet.

 

Weitere Veranstaltungen:

Mittwoch, 21. August 2019, 19.00 Uhr: Podiumsdiskussion anlässlich des Jahrestages der Niederschlagung des Prager Frühlings über „Ansichten aus der Mitte Europas – Gehört Sachsen noch zu Deutschland?“. Im kommunistischen Machtbereich kam es bis 1989 immer wieder zu Aufständen und Versuchen, den Sozialismus zu reformieren und demokratische Strukturen einzuführen. Nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 und dem Aufstand von 1956 in Ungarn wurde der „Prager Frühling“ im Frühjahr 1968 in der CSSR am 21. August 1968 gewaltsam durch den Einmarsch von Truppen des Warschauer Pakts niedergeschlagen. Truppen der NVA der DDR durften sich nicht daran beteiligen, lagen aber teilweise in Grenznähe in Bereitschaft. Es war nach 1953 und 1956 der dritte große Versuch, Reformen durchzusetzen. In der Bevölkerung der DDR war die Hoffnung gewachsen, dass sich auch hier Freiheit und Demokratie durchsetzen können. 1981 verhängte Polen das Kriegsrecht, um die Demokratiebewegung von Solidarno?? zu zerschlagen. Die Hoffnungen der Bevölkerungen konnten jedoch erst mit den friedlichen Revolutionen von 1989 erfüllt werden. Die Niederschlagung des Prager Frühlings im Jahr 1968 jährt sich am 21. August 2019 bereits zum 61. Mal. Anlässlich dessen lädt die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Ansichten aus der Mitte Europas – Gehört Sachsen noch zu Deutschland?“ ein. Mit dem Jahr 1968 verbinden die Westdeutschen etwas völlig anderes als die Ostdeutschen. Die Nachwirkungen des Jahres 1968 sind folglich in Mittel- und Osteuropa grundsätzlich andere. Zu den Gesprächsteilnehmern gehören Antje Hermenau, ehem. Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen und heute parteilose Landesgeschäftsführerin der Freien Wähler in Sachsen, Frank Richter, Bürgerrechtler, Theologe, ehem. CDU-Mitglied und heutiger parteiloser Kandidat für die SPD für den Sächsischen Landtag, sowie Eckhard Jesse, emeritierter Politikwissenschaftler an der TU Chemnitz und Extremismusforscher. Sie sprechen über die Frage, was die über mehrere Jahrzehnte andauernde Diktaturerfahrung mit den Menschen gemacht hat, ob die über mehrere Generationen hinweg weitergegebenen Erfahrungen noch heute Wirkung zeigen und damit auch über den Erfahrungshorizont, auf den heute linksextreme und rechtsextreme Ideologien treffen. Die Sachsen erlebten von 1933 bis 1989 in unmittelbarer Folge schließlich zwei Diktaturen. Eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dessen Verbrechen hat es in der DDR nie gegeben. Der Titel der Veranstaltung ist zusammengesetzt aus aktuellen Buchtiteln von Antje Hermenau („Ansichten aus der Mitte Europas. Wie Sachsen die Welt sehen“) und Frank Richter („Gehört Sachsen noch zu Deutschland? Meine Erfahrungen in einer fragilen Demokratie“). Zunächst lesen beide einige Kernthesen aus ihren Publikationen. Danach folgt die Debatte im Podium und anschließend mit dem Publikum. Die Moderation übernimmt Reinhard Bohse vom Bürgerkomitee Leipzig. Er hat 1989 das Neue Forum mitbegründet und war nach 1990 Mitglied vom Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen und gehört seit 2018 zu den Freien Wählern in Sachsen. Veranstaltungsort: ehemaliger Stasi-Kinosaal der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“. Eintritt frei.

• Samstag und Sonntag, 24. und 25. August 2019, je 13.00 bis 16.00 Uhr: Museum im Stasi-Bunker (ehemalige Ausweichführungsstelle des MfS) in Machern geöffnet. Ständig Führungen. In dem 1969 bis 1972 erbauten Bunker hätte der Leiter der bezirklichen Geheimdienstzentrale, der Leipziger „Runden Ecke”, im Ernstfall zusammen mit 100 Offizieren seine Tätigkeit fortgesetzt. Zu besichtigen sind das über fünf Hektar große, denkmalgeschützte Gesamtgelände mit allen erhaltenen Bauten und Anlagen sowie das komplette Bunkerinnere. Eine Ausstellung gibt Einblick in die zentral geregelte Mobilmachungsplanung und dokumentiert die spezielle Aufgabe des MfS im Ernstfall – bis hin zur geplanten Einrichtung von Isolierungslagern für Oppositionellen. Des Weiteren wird die Plakatausstellung der Stiftung Aufarbeitung zur SED-Diktatur „Wir wollen freie Menschen sein! Der DDR-Volksaufstand vom 17. August 1953“ präsentiert. Die Ausstellung zeigt, wie der Protest Berliner Bauarbeiter zum Auslöser republikweiter Massenproteste wurde. Besucheradresse: Naherholungsgebiet Lübschützer Teiche, Flurstück 439, 04827 Machern.

Wechselausstellungen:

Ganzjährig geöffnet
Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“
"Gwangju 1980": Fotoausstellung zur Demokratiebewegung in Südkorea

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die koreanische Halbinsel durch die Siegermächte – die USA und die Sowjetunion – in Nord und Süd geteilt. Als im Oktober 1979 der damalige Präsident Park Chung-Hee nach 18-jähriger Militärherrschaft durch einen Mann seines eigenen Geheimdienstes erschossen wurde, hoffte die Bevölkerung eine Demokratisierung des Landes. Zwei Monate später, im Dezember 1979, putsche sich General Chun Doo-Hwan an die Macht. Südkorea stand nun erneut unter der Herrschaft einer Militärregierung. Es kam landesweit zu Massenunruhen und Protesten, die am 18. Mai 1980 gewaltsam niedergeschlagen worden sind. In der Folge kam es zu zahllosen Verhaftungen und Ermordungen. Der Aufstand von Gwangju 1980 wird heute als Meilenstein für die Demokratiebewegung Südkoreas gefeiert. Die Ausstellung zeigt ehemals verbotene Fotos des Aufstandes, die Journalisten und Zivilisten unter Lebensgefahr aufgenommen haben. Die Bilder gehören seit 2011 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Eintritt frei
Mo-So 10-18 Uhr
Besucheradresse: Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke", ehem. Stasi-Kinosaal