Jahrestag der Befreiung

Gedenken an die Befreiung Leipzigs durch die US-Armee

Angehörige der US_Armee vor der "Runden Ecke" (Foto: unbekant:GMRE)

Anlässlich des 75. Jahrestages erinnert die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ an die Befreiung der Stadt Leipzig am 18. April 1945 durch die US-Armee. Die am Samstag, den 18. April 2020, um 11.00 Uhr vor der Gedenktafel an der „Runden Ecke“ geplante offizielle Gedenkfeier zu der Oberbürgermeister Burghard Jung und US-Generalkonsul Timothy Eydelnant gemeinsam mit dem Leiter der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ Tobias Hollitzer einladen wollte, kann aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie leider nicht stattfinden.

Am 18. April 1945 erreichten US-amerikanischen Truppen Leipzig und befreiten die Stadt kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges von der nationalsozialistischen Terrorherrschaft. Die Amerikaner bezogen in der „Runden Ecke“ am Innenstadtring Quartier und richteten hier ihr Hauptquartier sowie zeitweilig die Alliierte Militärregierung ein. Trotz widrigster Umstände begann die Militärregierung sofort mit dem Aufbau demokratischer Strukturen. Am 23. April 1945 setzten sie den Leipziger Rechtsanwalt Wilhelm Johannes Vierling als neuen Oberbürgermeister sowie den bis 1933 amtierenden Polizeipräsidenten Heinrich Fleißner wieder in sein Amt ein. Der US-amerikanische Stadtkommandant Major Richard J. Eaton ernannte auch einen entsprechend der Wahlergebnisse von 1932 zusammengesetzten Gemeinderat.

Dieser demokratische Neuanfang fand jedoch nach wenigen Wochen mit der Übergabe Leipzigs an die Rote Armee am 2. Juli 1945 ein jähes Ende. Leipzig wurde Teil der sowjetischen Besatzungszone (SBZ). Nun begann die Einführung einer kommunistischen Diktatur und das Gebäude am Dittrichring wurde durch die sowjetische Militäradministration genutzt. 1950 wurde es Sitz der Leipziger Stasi-Zentrale. Erst 1989 mit der Friedlichen Revolution öffnete sich das Tor zu Freiheit und Demokratie wieder.

Bis 1989 wurden diese ersten Wochen eines demokratischen Neuanfangs unter der amerikanischen Besatzung durch das SED-Regime systematisch verschwiegen, verdrängt und diffamiert. Im Schulunterricht war zu vermitteln, das „die tatsächliche Befreiung […] erst durch den Einzug der Sowjetarmee stattfand. Außerdem sollten Beispiele für die Behinderung der Antifaschisten durch die Befehlshaber der anderen Armeen“ aufgeführt werden.“

Mit der Ausstellung „Zwei Mal befreit?“ setzt sich das Museum in der „Runden Ecke“ nicht nur mit einem Stück Stadtgeschichte auseinander, sondern widmet sich auch ganz bewusst einem Teil der Hausgeschichte der heutigen Gedenkstätte.