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Inventar-Nr: 00499
Objekt: Löschgerät


Universallöschgerät für Kassetten

Das Kassettenlöschgerät, das aus der Leipziger Bezirksverwaltung für Staatssicherheit (BVfS) stammt, wurde von der Abteilung 26 des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) genutzt. Da Tonbandmaterial in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) ein knappes Gut war, wurden Kassetten, die die Stasi für das Aufzeichnen von Telefongesprächen verwendete, stets gelöscht und wieder verwendet, sobald die aufgezeichneten Gespräche schriftlich protokolliert worden waren (vgl. ein Abhörprotokoll-Formular). Neue Kassetten konfiszierte das MfS regelmäßig aus Westpaketen (vgl. Postkontrolle).

Seit Anfang der 1980er Jahre waren bei der Staatssicherheit Gerätekombinationen im Einsatz, die das automatische Aufzeichnen von Telefongesprächen erlaubten. Dabei handelte es sich um ein einheitliches Abhörsystem, den vom MfS entwickelten "CEKO"-Anlagen.

Das Abhören der Telefonate war so organisiert, dass im Fernmeldeamt Leipzig ein Sonderkabel endete, das mit der "CEKO"-Anlage verbunden war. Inoffizielle Mitarbeiter (IM) unter den Angestellten des Fernmeldeamtes haben die zu überwachenden Telefonanschlüsse auf dieses Kabel geschaltet.

Die Abteilung 26 des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) war nicht nur für die Telefonüberwachung zuständig, sondern für verschiedenste technische Überwachungsmaßnahmen - so auch für den Einsatz von "Wanzen" ("Auftrag B") und Videotechnik. Sie arbeitete dabei ausschließlich im Auftrag anderer Abteilungen, insbesondere der Linie VIII.


Sammlung: Kommunikation und Abhörvorrichtungen
Datierung: 10.1987
Hersteller: Ministerium für Staatssicherheit
Maße: Tiefe: 30,5 cm; Höhe: 12,5 cm; Breite: 15,3 cm
Material: Deckel: Plexiglas, Kunststoff,
Gehäuse: Stahlblech, Metall
Farbe: Deckel: transparent, silber,
Gehäuse: graublau, grau
Verwendung: Löschen von Kassetten








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