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Inventar-Nr: F.A.02136
Objekt: Fotografie


Förderband zum Feuchtsschredder in der ehemaligen Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig

Das Foto zeigt den Blick in eine Garage auf dem Innenhof der ehemaligen Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig (BVfS), die mit "Kollermasse" angefüllt ist.

In der rechts benachbarten Garage stand die Kollermaschine, mit deren Hilfe Angehörige des Ministeriums für Staatssicherheit regulär nicht mehr benötigte Akten vernichteten. Als Mitte November 1989 die fieberhafte Aktenvernichtung begann, reichte diese Technik nicht mehr aus und viele Akten wurden einfach zerrissen.
In der Maschine, einem so genannten Feuchtschredder, wurde das Papier zerkleinert und mit Wasser vermischt. Ein Förderband transportierte diese "Kollermasse" durch eine viereckige Öffnung in die hier zu sehende linke Nachbargarage. Mit dem, auf dem Foto links stehenden, Förderband wurde die Kollermasse in einen davor auf dem Hof stehenden Container verladen und in eine Papierfabrik abtransportiert. Die Werkzeuge wie Schaufel und Spachtel wurden benutzt, um die Kollermasse auf das Förderband zu legen bzw. um die Maschine von feststeckender Kollermasse zu befreien.

Die Leipziger Bezirksverwaltung verfügte noch über zwei weitere Kollermaschinen in der MfS-Untersuchungshaft in der Beethovenstraße und auf dem Gelände des Dienstobjektes Leipzig-Leutzsch.

Die Aufnahme entstand bei einer Begehung des Gebäudes der ehemaligen Bezirksverwaltung Leipzig durch Mitglieder des Bürgerkomitees Leipzig im Frühjahr 1990.


Sammlung: Friedliche Revolution, Stasi-Besetzung
Datierung: 04.1990
Fotograf: Dlugos, GŁnter








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