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Inventar-Nr: F.A.02502
Objekt: Fotografie


Montagsdemonstration am 05.02.1990 in Leipzig

Das Foto zeigt Teilnehmer der Montagsdemonstration am 05.02.1990 auf dem Karl-Marx-Platz in Leipzig. Bestimmendes Thema der Demonstration war neben der Forderung nach Deutscher Einheit auch die Aufarbeitung der SED-Diktatur. Links hält ein Demonstrant ein Transparent, welches Erich Honecker mit Heiligenschein zeigt als Anspielung auf sein Kirchenasyl.

Bei dieser Montagsdemonstration forderten erneut ca. 100.000 Montagsdemonstranten neben der Deutschen Einheit auch die Auflösung der ehemaligen SED, die sich nun PDS nannte. Am 05.02.1990 beschloss die Volkskammer den Wahltermin auf den 18.03.1990 vorzuverlegen. Mit der Festlegung dieses Termins für freie Wahlen war eine weitere Kernforderung der Demonstranten erfüllt.

Am 29.01.1990 wurde Erich Honecker aus gesundheitlichen Gründen aus der Untersuchungshaftanstalt Berlin-Rummelsburg entlassen. Das Ehepaar Honecker war faktisch wohnungslos, denn die Wohnsiedlung der SED-Funktionäre in Wandlitz war am 01.02.1990 aufgelöst wurden. Außerdem befürchtete man wegen der politischen Proteste Übergriffe. Pfarrer Uwe Holmer, Leiter der Hoffnungstaler Anstalten in Lobetal bei Bernau, gab dem gestürzten Staatschef Erich Honecker und seiner Frau Margot Honecker, die ehemalige Ministerin für Volksbildung, vom 30.01.1990 bis zum 03.04.1990 für zehn Wochen Asyl in seinem Haus. Das ausgerechnet die Kirche dem Atheisten Honecker Asyl bot, stieß bei vielen Menschen auf Unverständnis, denn viele Christen, die sich nicht dem System angepasst hatten, waren in der DDR benachteiligt worden.


Sammlung: Friedliche Revolution, Demonstration
Datierung: 05.02.1990
Beschriftung: •  PDS / STASI / KORRUPTION
•  44 Jahre Teilung / ist eine lange Zeit ../ zur Vereinigung / sind wir bereit!!!
•  Kirchen-Asyl für SED- Verbrecher? / Wir Christen schämen uns
•  21.4.1946 / 18.3.1990 / PDS
Fotograf: Gahlbeck, Fritz








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