Die „Wende“ bzw. „Friedliche Revolution“

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Die heute viel verwendete Bezeichnung „Wende“ für die revolutionären Ereignisse in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Herbst und Winter 1989 ist im Grunde inkorrekt, weil er zum einen das Geschehen stark verkürzt und zum anderen den Ursprung des Begriffs gänzlich ausblendet. Egon Krenz, der letzte Staats- und Parteichef der DDR, brachte den Begriff Ende 1989 ein, um die unter Druck geratene SED wieder in die politische Offensive führen zu können. So bezeichnete er mit dem Begriff nicht die vom Volk erzwungenen Umwälzungen im Land, sondern verwendete ihn stets im Sinne von „die von der SED eingeleitete Wende“. Damit suggerierte er, dass die grundlegenden Veränderungen in der DDR auf die Initiative der Staatspartei zurückzuführen wären, was der Realität aber keineswegs entsprach - das Gegenteil war der Fall. Der Umbruch in Ostdeutschland war kein Politikwechsel einer Partei, sondern im besten Sinne eine „Friedliche Revolution“, mit der vor allem die starre SED heillos überfordert war.


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