Neues Forum (NF)

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Das Neue Forum (NF) war eine der ersten und in der Öffentlichkeit am stärksten wahrgenommenen Bürgerinitiativen aus der späten Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Es war am 9. September 1989 von 30 Menschen aus 11 Bezirken der DDR (um Bärbel Bohley und Katja Havemann) gegründet worden als „politische Plattform für die ganze DDR, die es Menschen aus allen Berufen, Lebenskreisen, Parteien und Gruppen möglich macht, sich an der Diskussion und Bearbeitung lebenswichtiger Gesellschaftsprobleme in diesem Land zu beteiligen“. Ausgehend von der Zweistaatlichkeit Deutschlands forderte die Gruppe demokratische Reformen in der DDR und erfuhr relativ schnell großen Zulauf. Nachdem der Antrag, als politisch-gesellschaftliche Vereinigung offiziell anerkannt zu werden, vom Innenministerium abgelehnt und das Neue Forum als „staatsfeindlich“ eingestuft worden war, wurde die Zulassung der Bürgerinitiative auch zu einer deutlich artikulierten Forderung bei Demonstrationen. In Leipzig gehörten Angehörige des Neuen Forums zu den ersten Besetzern der „Runden Ecke“, der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit (BVfS), am 4. Dezember 1989 (siehe dazu auch Bürgerkomitee Leipzig). Nach seiner offiziellen Zulassung nahm das Neue Forum ab dem 7. Dezember 1989 am Zentralen Runden Tisch (ZRT) teil, der erstmals in der Geschichte der DDR oppositionelle Gruppen (siehe auch Demokratischer Aufbruch) und die SED an einen Tisch brachte.


Glossar
Literatur