Die Zivilverteidigung der DDR (ZV)

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Die Zivilverteidigung bildete in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) einen Teil der Landesverteidigung. Sie zählte zwar nicht zu den ""bewaffneten Organen"", dennoch war sie militärisch organisiert und geschult und unsterstand dem Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV). Zu ihren Hauptaufgaben zählte der Katastrophenschutz sowie der Schutz der Bevölkerung, der Volkswirtschaft und lebensnotwendiger Einrichtungen vor den Folgen von militärischen Auseinandersetzungen oder Massenvernichtungswaffen. Der Dienst bei der Zivilverteidigung war freiwillig, jedoch nicht ausschließlich ehrenamtlich: Den Stamm der Zivilverteidigung bildeten uniformierte Einsatzkräfte, die z.T. kaserniert hauptamtlich tätig waren. Erst im Ernstfall sollten sie von einer Vielzahl freiwilliger Helfer unterstützt werden, die auf diesen in Zivilschutzübungen vorbereitet wurden. Bei solchen Übungen wurden auch immer wieder Maßnahmen des ABC-Schutzes und des Verhaltens bei radioaktiver Verseuchung geprobt. Möglich war auch, den Wehrdienst bei der Zivilverteidigung abzuleisten.

Für den ehrenamtlichen Dienst wurden in der Zivilverteidigung vorwiegend Frauen herangezogen, da die Männer im Ernst- bzw. Krisenfall in den anderen „bewaffneten Organen, z.B. den Kampfgruppen der Arbeiterklasse, eingesetzt werden sollten. Bestandteil der allgemeinen Wehrerziehung, wie sie an den Polytechnischen Oberschulen (POS) und Erweiterten Oberschulen (EOS), Hoch- und Fachschulen und während der Berufsausbildung vermittelt wurde, war die Rekrutierung und Ausbildung von Zivilschutzhelfern. Während der Ausbildung waren es vorwiegend Mädchen, die an Zivilschutzübungen und Erste-Hilfe-Lehrgängen teilnahmen. Studentinnen mussten einen mehrwöchigen ZV-Lehrgang im Ausbildungslager absolvieren.

Glossar
Literatur