Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

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Zwischen 1992 und 1998 arbeiteten zwei Enquete-Kommissionen des Deutschen Bundestages die Geschichte und die Folgen der SED-Diktatur auf. Ihrem Arbeitsauftrag entsprechend sollten die Kommissionen Untersuchungen über die Machtstrukturen des SED-Staates, die repressiven Praktiken, deren Auswirkungen auf Verhalten und Lebenswirklichkeit in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und die Probleme des Einigungsprozesses anregen und bewerten. Die Arbeit der Enquete-Kommission wird seit 1998 durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur fortgeführt. Der Deutsche Bundestag folgte dabei den Empfehlungen der Enquete-Kommissionen, welche die Errichtung einer bundesunmittelbaren Stiftung öffentlichen Rechts anregten. Organisatorisch ist die Stiftung untergliedert in den Stiftungsrat, den Vorstand und Beirat. Der Stiftungsrat wird auf 5 Jahre gewählt und von Vertretern des Bundestages, der Bundesregierung, des Landes Berlin und von Personen, die im besonderen Maße in Fragen der Aufarbeitung engagiert sind, besetzt. Der Stiftungsrat ist Entscheidungsträger über grundsätzliche Fragen der Stiftungsarbeit und Kontrollinstanz des ehrenamtlichen Vorstandes, der die Geschäftsführung der Stiftung übernimmt. Beraten werden beide Gremien von drei Fachbeiräten.

Zweck der Stiftung soll es sein, die Aufarbeitung von Entstehung, Geschichte und Folgen der SED-Diktatur zu leisten und zu unterstützen, zur Stärkung der parlamentarischen Demokratie, zu einer demokratisch politischen Kultur und zur inneren Vollendung der Einheit beizutragen. Eines ihrer Hauptaufgabengebiete ist die Förderung gesellschaftlicher Aufarbeitungsinitiativen, welche vielfach aus der Bürgerrechtsbewegung der DDR hervorgegangen sind. Des Weiteren soll sie Opferverbände der SED-Diktatur unterstützen und beraten, die wissenschaftliche Aufarbeitung fördern und Materialien, insbesondere über Repression und Widerstand sammeln, dokumentieren und auswerten lassen. Damit ist gewährleistet, dass die dauerhafte Erinnerung an die Teilung Deutschlands und deren Folgen in der demokratischen Kultur fest verankert ist. Die Stiftung kann zu diesem Zweck u.a.:

- eigene Publikationen veröffentlichen
- Veranstaltungen zur politisch-historischen Aufklärung über die SED-Diktatur abhalten
- finanzielle Förderung von Forschungsprojekten und Nachwuchswissenschaftlern bereitstellen
- Preise für besondere Leistungen im Sinne des Stiftungszweckes ausloben
- die Ausgestaltung von Gedenktagen übernehmen, die an die deutsche Teilung, an Opposition und Widerstand und an die Opfer der Diktatur in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR erinnern.

Weitere Informationen sind unter der Homepage „www.stiftung-aufarbeitung.de“ zu finden.


Glossar
Literatur