Die Reserveausweichführungsstelle (RAFüSt) des Leiters der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig

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Für den Fall, dass die Ausweichführungsstelle (AFüSt) des Leiters der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig, der Bunker in Machern, durch Dekonspiration, Beschädigung oder Behinderung der Zufahrtswege nicht mehr nutzbar gewesen wäre, sollte - wie in der Direktive 1/67 verordnet - immer noch eine Reserveunterbringung gewährleistet sein. Als Reserveausweichführungsstelle (RAFüSt) war das Schulungszentrum des Rates der Stadt Leipzig vorgesehen. Das Gebäude, ein massiver zweigeschossiger Altbau, befand sich etwa 300 m vom Bunkergelände entfernt, ebenfalls im Naherholungsgebiet der Lübschützer Teiche.

Im Ernstfall und bei Belegung des Bunkers sollte auch dieses Gebäude sofort beschlagnahmt werden. Auf dem Gelände der AFüSt lagerten Zaunsäulen und Stacheldraht, um einen Zaunkorridor vom Bunker zur RAFüSt errichten zu können. Über einen speziellen Kabelschacht am Rand des Bunkergeländes, konnten wichtige Fernmeldeverbindungen in den außerhalb liegenden Gebäudekomplex verlagert werden.

Die Planungen zur Nutzung des Schulungszentrums als RAFüSt erfolgten unter strengster Geheimhaltung. Bewirtschafter und Gäste des Hauses standen über Jahre hinweg unter ständiger Beobachtung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS).


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Literatur