Werner Schulz (geb. 1950)
Bürgerrechtler

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1950 in Zwickau geboren, studierte Werner Schulz Lebensmitteltechnologie in Berlin. Kurz vor Abgabe der Dissertation verlor er seine wissenschaftliche Assistenzstelle, weil er gegen den Einmarsch der Roten Armee 1979 in Afghanistan öffentlich protestiert hatte. Es folgten Anstellungen als Mitarbeiter in der Recyclingwirtschaft später in der Kreishygieneinspektion Berlin-Lichtenberg.

Bereits die militärische Niederschlagung des Prager Frühlings im Jahr 1968 war für ihn auslösendes Moment, den Staat und seine Ideologie in Frage zu stellen. Schulz begab sich in oppositionelle Kreise und begann systematisch gegen das SED-Regime zu arbeiten. Er war 1982 Gründungsmitglied des Pankower Friedenskreises, im Herbst 1989 desNeuen Forums in Berlin und schließlich dessen Vertreter am Zentralen Runden Tisch (ZRT). Die entscheidende Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989 hat er in Leipzig miterlebt. Vom März bis Oktober 1990 war Werner Schulz Mitglied der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR für die Partei „Bündnis 90“, die unter anderen aus dem Neuen Forum hervorgegangen war.

Nach der Wiedervereinigung trug er maßgeblich zum Zusammenschluss beider Parteien zu „Bündnis 90/Die Grünen“ bei und gehörte bis 2005 dem Deutschen Bundestag an. Im April 1998 kandidierte er in Leipzig als Oberbürgermeister gegen Wolfgang Tiefensee. Seit Juni 2009 ist Werner Schulz Mitglied des Europäischen Parlamentes.


Glossar
Literatur