Ministerium für Staatssicherheit (MfS)

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Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS), im Volksmund kurz Stasi genannt, war der Inlandsgeheimdienst und Auslandsgeheimdienst der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), politische Geheimpolizei mit polizeilichen Verfügungsgewalten und Organ für strafrechtliche Untersuchungen, vorwiegend in politischen Strafsachen.

Die Staatssicherheit war nach ihrem Selbstverständnis das „Schild und Schwert der Partei“, der SED. Der SED-Spitze oblag die Leitung und Kontrolle des MfS. Zu dessen Hauptaufgaben gehörten unter anderem die Durchführung von Agententätigkeiten, die Kontrolle und Zersetzung von unerwünschten Organisationen wie oppositionellen Bewegungen und Zusammenschlüssen sowie die - flächendeckende - Überwachung der DDR-Bürger. Diese Tätigkeiten bedurften eines ausgebauten Spitzelsystems. So beschäftigte das MfS bis zuletzt nicht nur 91.015 hauptamtliche Mitarbeiter (Stand: 31. Oktober 1989), sondern im Laufe seiner Existenz auch insgesamt rund 620.000 inoffizielle Mitarbeiter (IM).

Vorbild für den Aufbau der Geheimpolizei in der DDR war der sowjetische Geheimdienst. Gegründet wurde das MfS am 8. Februar 1950. Es hatte jedoch bereits in den Jahren zuvor Vorläufer gegeben wie die Ämter für Information, die Kommissariate 5 (K 5) und später die Hauptverwaltung zum Schutze der Volkswirtschaft, welche dem Ministerium des Innern (MdI) unterstellt war und aus dem das MfS letztlich hervorging. Zwischenzeitlich wurde das MfS mit Regierungsbeschluss vom 23. Juli 1953 zum Staatssekretariat für Staatssicherheit (SfS) herabgestuft und in das MdI eingegliedert. Die erneute Erhebung in den Rang eines Ministeriums erfolgte dann wieder am 24. November 1955.

Erster Minister für Staatssicherheit und somit Leiter war Wilhelm Zaisser (1950 bis 1953), ihm folgte Ernst Wollweber als Staatssekretär für Staatssicherheit (1953 bis 1955) bzw. Minister für Staatssicherheit (1955 bis 1957). Ab 1957 bis Anfang November 1989 war dann Erich Mielke Minister für Staatssicherheit. Nach der Umwandlung des MfS in Amt für Nationale Sicherheit (AfNS) Mitte November 1989 wurde Wolfgang Schwanitz, der bisher Stellvertreter Mielkes war, Leiter des Amtes. Mit Beschluss des Ministerrates der DDR vom 13. Januar 1990 wurde das MfS/AfNS ersatzlos abgeschafft.


Glossar
Literatur