Leipzig liest 2026

„Leipzig liest“ in der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ – Buchpremieren, Lesungen und Diskussionen vom 19. bis 21. März 2026

Zur mehrtägigen Lesereihe „Leipzig liest“ im Rahmen der diesjährigen Buchmesse werden in der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ wieder verschiedene Bücher präsentiert, die sich mit der Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur in der SBZ und DDR und deren Auswirkungen bis heute auseinandersetzen. Insgesamt finden 15 Lesungen und Buchpräsentationen, davon drei Buchpremieren im ehemaligen Stasi-Kinosaal statt, die mit Zeitzeugengesprächen, Podiumsdiskussionen oder Fotodokumentationen kombiniert sind. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei.

Vor 32 Jahren beteiligte sich die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ zum ersten Mal am Lesefest „Leipzig liest“ zur Buchmesse 1994. In dieser Zeit boten nur wenige Einrichtungen Autoren eine Plattform, die sich mit der Aufarbeitung der SEDDiktatur, den Opfern und Verfolgten befassten. Inzwischen hat sich die Veranstaltungsreihe zu einem festen Bestandteil der Arbeit des Bürgerkomitees etabliert, die von vielen Menschen gerade wegen der thematischen Konzentration auf die Auseinandersetzung mit der Staatssicherheit als „Schild und Schwert“ der kommunistischen Diktatur und deren Aufarbeitung wahrgenommen und besucht wird.

Im 36. Jahr der Deutschen Wiedervereinigung stellen wir auch Bücher vor, die sich der Auseinandersetzung mit den Umbrüchen der Jahre 1989/90 befassen. Zum einen geht es in den Publikationen um menschliche Verwundungen, die sie aus der SED-Diktatur bis ins Heute (er)tragen müssen, aber endlich Menschen gefunden haben, die ihnen zuhörten, es aufschrieben und nun in den Büchern einer breiten Leserschaft zugänglich machen. Das wird besonders deutlich in verschiedenen Veranstaltungen, in denen es um menschenverachtende Haftbedingungen oder dramatische Fälle von Fluchtversuchen bis hin zu denen, die tragisch mit dem Tod endeten, geht. Mit den Lebensläufen der Toten am Eisernen Vorhang, der Europa teilte, erhalten die Opfer ihre Würde zurück. Mit dieser und weiteren Veranstaltungen wollen wir an den Mauerbau am 13. August 1961 vor 65 Jahren erinnern. An diesem Tag schlossen die kommunistischen Machthaber ihr nach Freiheit drängendes eigenes Volk endgültig in ein großes Gefängnis ein.

Auch geht es wieder um die Frage der Aufarbeitung nach dem Ende einer Diktatur. Ist sie von Wahrhaftigkeit geprägt oder bedeutet sie noch immer mühevollen Kampf um die (Wieder)herstellung der Wahrheit, wie in Erich Loest‘s Kampf um die Anbringung eines Gemäldes in der Leipziger Universität? Neben der Rolle von Opposition und Widerstand in der DDR am Plauener Beispiel kommt bei einer weiteren Lesung über „Wut“ und „Mut“ auch die Frage auf, ob man den Protest in Diktaturen mit denen in einer Demokratie gleichsetzten kann.

Zweifelsohne ein Höhepunkt unserer Veranstaltungen wird der Besuch des Präsidenten des Ukrainischen Schriftstellerverbandes Volodymir Yermolenko sein, der sagt, dass die Ukraine nicht nur für sich selbst kämpft, sondern auch für Europa, für unsere Sicherheit.

Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe findet die Vorstellung des Kataloges zur Ausstellung ARCHITEKT statt. Im Nachgang diskutieren Experten über die Architektur der Ost-Moderne am Beispiel des ehemaligen Stasi-Neubaus. Bei allen Veranstaltungen kann auch das Publikum wieder mitdiskutieren.

Begegnungen am authentischen Ort: Veranstaltungen im Stasi-Kinosaal

Veranstaltungsort ist der ehemalige Stasi-Kinosaal, in dem auch die Ausstellung „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ gezeigt wird. Der Saal ist ein original erhaltenes Relikt der SED-Diktatur und damit ein Stück Zeitgeschichte. In dem repräsentativen Saal fanden vielfältige Veranstaltungen der Staatssicherheit statt, darunter offizielle Feiern anlässlich wichtiger Jahrestage, Schulungen und Dienstbesprechungen. Anlässlich des 40. Jahrestags der DDR ließ die Bezirksverwaltung den Kinosaal komplett renovieren und eine neue Bestuhlung anschaffen. Der Kinosaal steht heute unter Denkmalschutz und wird als authentischer Ort von der Gedenkstätte für Geschichtsvermittlung, politische Bildung und aktuelle Debatten genutzt. Verlage und Besucher schätzen gerade diesen Veranstaltungsort gleichermaßen. In diesem Raum wurde bis 1989 nicht nur das freie Wort bekämpft, sondern den Stasi-Offizieren auch Anleitungen gegeben für ihr zerstörerisches Wirken gegen Menschen, die anderer Meinung waren oder einfach nur in Freiheit leben wollten.

Die Veranstaltungsreihe „Leipzig liest“ entstand in Zusammenarbeit mit Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SEDDiktatur, Forschungseinrichtungen, Opferverbänden, Gedenkstätten sowie Verlagen und findet in Kooperation mit der Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur statt.

Die „Runde Ecke“ als Ort des aktuellen und gesellschaftlichen Diskurses

Täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr informiert die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ in originalen Räumen der ehemaligen Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit in Leipzig über die STASI als „Schild und Schwert“ der SED-Diktatur und über deren Überwindung durch die Friedliche Revolution. Die historische Ausstellung „Stasi – Macht und Banalität“ zeigt zahlreiche, teils einzigartige Exponate zu Geschichte, Struktur und Arbeitsweise des MfS, darunter eine Maskierungswerkstatt, Geräte zur Postkontrolle bis hin zu einer Untersuchungshaftzelle. Die Ausstellung „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ berichtet von den Ereignissen ’89, die die kommunistische Diktatur in der DDR zum Einsturz brachten. Seit 2012 ist die Gedenkstätte Teil des Europäischen Kulturerbes „Eiserner Vorhang“.

Die Open-Air-Ausstellung „Von der Burg zur Stasizentrale. ERINNERUNGEN an den Leipziger Matthäikirchhof“ am ehemaligen Stasi-Neubau in der Nähe der Klingertreppe erzählt auf dem Hintergrund der mehr als 1000-jährigen Stadtgeschichte Leipzigs, die hier mit der „urbe libzi“ ihren Ursprung nahm, vor allem die Entwicklung seit Anfang des letzten Jahrhunderts. Vom Verwaltungsneubau der Leipziger Feuerversicherungsanstalt 1913, über die Zerstörung der Matthäikirche und des gesamten angrenzenden Areals in der Bombennacht vom 4. Dezember 1943, der Nutzung der „Runden Ecke” nach dem Ende der NSDiktatur unter amerikanischer und sowjetischer Besatzung sowie schließlich als Sitz der Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) bis zur Besetzung während der Friedlichen Revolution am 4. Dezember 1989 und der nachfolgenden Auflösung wird die wechselvolle Geschichte dieses Areals bis in die Gegenwart erzählt.

Historische Stadtrundgänge, Ausstellungsführungen und Geländerundgänge

Die Stadtrundgänge „Auf den Spuren der Friedlichen Revolution“ erinnern vom 19. bis zum 22. März 2026 jeweils um 14.00 Uhr (So 11 Uhr) an markanten Punkten der Leipziger Innenstadt an die historische Entwicklung des Jahres 1989. Treffpunkt ist das Hauptportal der Nikolaikirche.

Der Geländerundgang „Stasi intern“ führt vom 19.-21. März 2026 jeweils ab 16.00 Uhr über das Areal und den Gebäudekomplex der ehemaligen Leipziger Stasi-Zentrale am früheren Matthäi-Kirchhof und bietet vielfältige Einblicke in Räume, sofern sie noch zugänglich sind, wie z.B. Räume der Aktenvernichtung. Treffpunkt ist der Eingangsbereich der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“

Das komplette Programm zu „Leipzig liest“ in der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“

Insgesamt finden 15 Lesungen, Buchpräsentationen oder Buchpremieren im ehemaligen Stasi-Kinosaal statt, die mit Zeitzeugengesprächen, Podiumsdiskussionen oder Fotodokumentationen kombiniert sind. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei.

Das gesamte Programm finden Sie nachstehend oder online auf der Gedenkstätten-Website www.runde-ecke-leipzig.de. Dort kann das ausführliche Programmheft auch als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Der Eintritt zu allen Lesungen ist frei.

 

Donnerstag, 19. März 2026

13.00 Uhr: BUCHPRÄSENTATION UND GESPRÄCH
Bettina de Cosnac
Zurück in die Zukunft. Das Erbe der Wentzels.
Millionenerbe im Osten – eine spannende Familiensaga der Nachwendezeit. Nach der Vorstellung des Buches kommt die Autorin Dr. phil. Bettina de Cosnac mit dem Publikum ins Gespräch.

Ort: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, ehemaliger Stasi-Kinosaal

14.00 Uhr: BUCHPRÄSENTATION UND GESPRÄCH
Frieder Seidel (Hg.)
Verzweiflung und Aufbruch. Erinnerungen an den Herbst `89 in Plauen.
Die besondere Rolle von Plauen in der Friedlichen Revolution 1989
Der Herausgeber spricht mit Birgit Fischer und Manfred Sörgel, Vorsitzender des „Vogtland 89“ e.V. sowie Rolf Schwanitz, Hansjoachim Weiß, und dem ehemaligen MdL Frank Heidan.

Ort: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, ehemaliger Stasi-Kinosaal

16.00 Uhr: BUCHPRÄSENTATION
Jochen Staadt (Hg.)
Die deutschen Todesopfer des Eisernen Vorhangs 1948-1989
Sachliche und doch berührende Darstellung der Einzelschicksale der Opfer und ihrer Angehörigen Das Buch und das Forschungsprojekt wird durch Enrico Seewald, Mitarbeiter beim Forschungsverbund SED-Staat an der Freien Universität Berlin, vorgestellt.
Moderation: Tobias Hollitzer

Ort: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, ehemaliger Stasi-Kinosaal

18.00 Uhr: BUCHPRÄSENTATION UND DISKUSSION
Sebastian Lindner
Hoheneck. Die Geschichte des zentralen Frauengefängnisses in der DDR
Entrechtung, Auszehrung und Akkordarbeit prägten den Haftalltag der vermeintlichen Staatsfeinde Der Autor kommt unter der Moderation der Stellv. Landesbeauftragten für die Aufarbeitung der SEDDiktatur Dr. Teresa Tammer mit Zeitzeugen und dem Publikum ins Gespräch.

Ort: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, ehemaliger Stasi-Kinosaal

20.00 Uhr: BUCHPRÄSENTATION UND DISKUSSION
Volodymyr Yermolenko
Eine Kultur des Trotzdem.
Wie die Ukraine Europa hilft.
Putin versucht nicht nur die Ukraine zu zerstören, sondern auch den Glauben Europas an sich selbst. Das Buch präsentieren der Autor Volodymyr Yermolenko (Präsident des PEN-Zentrums der Ukraine) und Verleger Andreas Rostek.

Ort: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, ehemaliger Stasi-Kinosaal

 

Freitag, 20. März 2026

13.00 Uhr: BUCHPRÄSENTATION
Hans-Ulrich Thamer
Zweite Karrieren
NS-Eliten im Nachkriegsdeutschland
Vergleichende Darstellung über das NS-Erbe in Wirtschaft, Politik und Kultur in West- und Ostdeutschland Der Autor kommt nach der Vorstellung seines Buches mit dem Publikum ins Gespräch.

Ort: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, ehemaliger Stasi-Kinosaal

14.00 Uhr: BUCHPRÄSENTATION UND GESPRÄCH
Heiko Neumann
Ein Ort für „Menschen mit neuem Bewusstsein“
Lebenswelten hauptamtlicher Mitarbeiter der Bezirksverwaltung Dresden des MfS 1950 bis 1989
Einblick in das Denken und Handeln der Hauptamtlichen Mitarbeiter der berüchtigten SED-Geheimpolizei Der Autor und die Leiterin der Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden Uljana Sieber kommen auch mit dem Publikum ins Gespräch.

Ort: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, ehemaliger Stasi-Kinosaal

16.00 Uhr: BUCHPRÄSENTATION UND GESPRÄCH
Jenny Baumann, Robert Grünbaum, Lars Lüdicke (Hg.)
Mut! Wut! Aufbegehren, Aufstand und Aktivismus in Diktatur und Demokratie
Konstruktiver Protest ist demokratischen Entwicklungen förderlich
Freuen Sie sich auf ein Gespräch mit dem iranischen Journalisten Omid Rezaee, dem Bürgerrechtler Tim Eisenlohr und dem stellvertretenden Direktor der Bundesstiftung Aufarbeitung, Dr. Robert Grünbaum. Moderation: Dr. Jenny Baumann

Ort: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, ehemaliger Stasi-Kinosaal

18.00 Uhr: BUCHVORSTELLUNG UND GESPRÄCH
Klaus-Rüdiger Mai
STASI
Die Geschichte des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR.
Originalquellen deutscher, osteuropäischer und russischer Archive berichten von Tätern und Opfern. Nach der Buchvorstellung kommt der Autor Klaus-Rüdiger Mai mit dem Verleger Christian Strasser und dem Publikum ins Gespräch.
Moderation: Christian Strasser

Ort: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, ehemaliger Stasi-Kinosaal

20.00 Uhr: BUCHPRÄSENTATION UND GESPRÄCH
MLinde Rotta
Rost war die Farbe der Zeit
Vom Umgang der Leipziger Universität mit ihrer SED-Vergangenheit und den Opfern Nach der Lesung kommt die Autorin Linde Rotta, Lebensgefährtin von Erich Loest unter der Moderation von Verlagsleiter Ulrich Leinz mit dem Leiter der Dokumentationsstelle der Stiftung Sächsische Gedenkstätten Dr. Bert Pampel ins Gespräch, der sich intensiv mit den Todesurteilen sowjetischer Militärtribunale (SMT) beschäftigt hat.

Ort: Museum in der „Runden Ecke“ im ehemaligen Stasi-Kinosaal

 

Samstag, 21. März 2026

12.00 Uhr: BUCHPRÄSENTATION UND GESPRÄCH
Olaf Jacobs und Stiftung Aufarbeitung (Hg.)
Die DNA des Ostens. Was uns ausmacht.
Gibt es überhaupt eine ostdeutsche DNA? Kurzweilige Einblicke in ostdeutsche Lebenssichten. Auf dem Podium diskutiert die Journalistin Friederike Schicht mit dem Autor Domenico Müllensiefen unter der Moderation von Dr. Matthias Buchholz, Bundesstiftung Aufarbeitung.

Ort: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, ehemaliger Stasi-Kinosaal

14.00 Uhr: BUCHPRÄSENTATION MIT LESUNG
Klaus Marxen
Schießbefehl
Ein Roman über das Grenzregime an der innerdeutschen Grenze und die Aufarbeitung nach dem Mauerfall.
Moderation: Dr. Michael Schremmer

Ort: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, ehemaliger Stasi-Kinosaal

16.00 Uhr: BUCHPRÄSENTATION MIT ZEITZEUGENGESPRÄCH
Ariane Zabel
„Da musstest du dir jede Menschlichkeit verkneifen“
Erinnerungen an politische Gefangenschaft

Zeitzeugen berichten über ihre Schicksale, die unangepassten Menschen in der DDR widerfahren konnten Ariane Zabel stellt das Projekt und die von ihr geführten Interviews vor und spricht mit den Zeitzeugen Annette Foldrownick und Torsten Kowitz.
Begrüßung: Frank Nemetz, Landesvorsitzender der VOS Sachsen

Ort: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, ehemaliger Stasi-Kinosaal

18.00 Uhr: LESUNG UND GESPRÄCH
Victoria Krummel
Paul Löbe. Ein Leben für die Demokratie
Eine politische Biografie, auch zur Frage des Umgangs mit demokratisch gewählten Antidemokraten.
Moderation: Hassan Soilihi Mzé (Landesvorsitzender des Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold)

Ort: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, ehemaliger Stasi-Kinosaal

20.00 Uhr: KATALOGVOERSTELLUNG UND DISKUSSION
Jürgen Meier
ARCHITEKT
Ist die Fassade des Leipziger Stasi-Neubaus Ausdruck der Ost-Moderne?
Begrüßung: Gerdt Fehrle, Vorstand der LuP.Stiftung
An dem Podiumsgespräch unter der Moderation von Sven Felix Kellerhoff (Geschichtsredakteur „Die Welt“) nehmen neben Jürgen Meier (Künstler) Prof. Daniela Spiegel (Bauhaus-Universität Weimar), Diana Felber (Architektin, Netzwerk Ost-Moderne), Thomas Dienberg (Baubürgermeister der Stadt Leipzig) und Dr. Ulrike Wendland (Leiterin der Geschäftsstelle des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz) teil.

Ort: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, ehemaliger Stasi-Kinosaal

 

Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag, 19. bis 22. März 2026 jeweils

0.00-24.00 Uhr: OPEN-AIR-AUSSTELLUNG
Von der Burg zur Stasizentrale.
1000 Jahre Stadtgeschichte von der „urbe libzi“ zu den Stasi-Bauten wird erfahr- u. nachvollziehbar.
Die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke” präsentiert im Rahmen der Diskussion um die Zukunft des Areals der ehemaligen Stasi-Bezirksverwaltung auf dem früheren Matthäikirchhof diese Open-Air-Ausstellung. Auf dem Hintergrund der mehr als 1000-jährigen Stadtgeschichte Leipzigs, die hier mit der „urbe libzi“ ihren Ursprung nahm, steht vor allem die Entwicklung seit Anfang des letzten Jahrhunderts im Mittelpunkt. Vom Verwaltungsneubau der Leipziger Feuerversicherungsanstalt 1913, über die Zerstörung der Matthäikirche und des gesamten angrenzenden Areals in der Bombennacht vom 4. Dezember 1943, der Nutzung der „Runden Ecke” nach dem Ende der NS-Diktatur unter amerikanischer und sowjetischer Besatzung sowie schließlich als Sitz der Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) bis zur Besetzung während der Friedlichen Revolution am 4. Dezember 1989 und der nachfolgenden Auflösung wird die wechselvolle Geschichte dieses Areals bis in die Gegenwart erzählt.
Der Gesamtkomplex stellt in seiner Ambivalenz ein wichtiges architektonisches Zeitzeugnis für Diktatur, Revolution und Demokratie im 20. Jahrhundert dar. Das zwischen 1911 und 1913 erbaute Versicherungsgebäude war spätestens seit 1951 die Leipziger Stasi-Zentrale und damit als „Runde Ecke” Sinnbild der SED-Diktatur und den damit verbundenen Repressionen. Zugleich war es aber auch ein Schauplatz demokratischer Entwicklungen – sowohl 1945 als auch 1989. Die Stasibezirksverwaltung erweiterte die Gebäude 1958 um den Saalbau und gemeinsam mit der Volkspolizei 1985 um den großen Neubaukomplex.
Diese Bebauung des Areals durch die Staatssicherheit und deren Besetzung während der Friedlichen Revolution prägt die Erinnerung der letzten 35 Jahre. Das Stasi-Unterlagen-Archiv und die Gedenkstätte „Runde Ecke” halten diese bis heute wach.
Eintritt frei.

Ort: Goerdelerring, ehemaliger Stasi-Neubau / in Nähe Klingertreppe

10.00-18:00 Uhr: AUSSTELLUNG
Stasi – Macht und Banalität
Die Ausstellung informiert am originalen Ort über Geschichte, Struktur und Arbeitsweise des MfS. Seit 1990 bietet das Museum in der „Runden Ecke“ in den Originalräumen des Ministeriums für Staatssicherheit die Möglichkeit, Zeitgeschichte in authentischer Umgebung nachzuvollziehen. Zahlreiche, zum Teil einzigartige Ausstellungsstücke, darunter Überwachungstechnik, eine Maskierungswerkstatt oder eine Kollermaschine zur Vernichtung von Akten, verdeutlichen, wie die SED ihren Überwachungsstaat aufbaute und die Menschen ihrer demokratischen Grundrechteberaubte. Dabei soll auch bewusst werden, wie bedeutsam die Errungenschaften der Friedlichen Revolution – Freiheit, Rechtsstaat und Demokratie – bis heute sind. Die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ ist Teil des Europäischen Kulturerbes „Eiserner Vorhang“.
DDer Besuch erfolgt mit einer kostenpflichtigen Ausleihe von Audioguides in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Polnisch, Russisch, Italienisch, Niederländisch, Arabisch und Portugiesisch.

Ort: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“

10.00-18.00 Uhr: AUSSTELLUNG
Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution
Ereignisse und politische Aktionen, die zur Überwindung der SED-Diktatur in der DDR 1989/90 führten.
Der gewaltfreie Demonstrationszug von weit mehr als 70.000 Menschen auf dem Leipziger Innstadtring am 9. Oktober 1989 wurde als Entscheidung für eine Friedliche Revolution und als Sieg über das SED-Regime empfunden. Die Ausstellung im ehemaligen Stasi-Kinosaal informiert über das Wirken der Leipziger Opposition, die bereits seit Beginn der 1980er Jahre vor allem aus dem kirchlichen Umfeld heraus kontroverse Themen anzusprechen wagte. Die Aktionen des politischen Widerstandes in Leipzig sowie die Ereignisse, die zur Friedlichen Revolution und zur Neugründung des Freistaates Sachsen sowie zur Deutschen Einheit im zusammenwachsenden Europa führten, werden nachgezeichnet. Auch wird ein Blick auf unsere ost-mitteldeutschen Nachbarn und deren Engagement für Freiheit und Demokratie geworfen.

Ort: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, ehemaliger Stasi-Kinosaal

14.00 Uhr (Do-Sa),

11:00 Uhr (So): STADTRUNDGANG
„Auf den Spuren der Friedlichen Revolution“
Stadtrundgang zu den Brennpunkten des Jahres 1989. Treffpunkt: Nikolaikirche, Haupteingang.
Herbst ’89: Die Bilder von den Friedensgebeten in der Nikolaikirche, den Montagsdemonstrationen auf dem Innenstadtring und der Besetzung der Leipziger Stasi-Zentrale gingen um die Welt. Die Chronik des Herbstes ‘89 begann in Leipzig aber nicht erst mit den Demonstrationen im September und Oktober. Der geführte Stadtrundgang erinnert an markanten Punkten der Leipziger Innenstadt an die historische Entwicklung des Jahres 1989. Zeitgeschichte wird am Ort des Geschehens lebendig und nachvollziehbar. Treffpunkt: Hauptportal Nikolaikirche.
AAußerdem zu finden ist die Open-Air-Ausstellung „Orte der Friedlichen Revolution“ mit 20 Informationsstelen im Stadtraum, die mit der App „Leipzig ‘89“, welche auch als Audioguide fungiert, mehrsprachig erkundet werden kann.

Treffpunkt: Hauptportal Nikolaikirche

16.00 Uhr (Do-Sa): GELÄNDERUNDGANG
Stasi – Intern
Führung an originale Schauplätze der ehemaligen Stasi-Zentrale, sofern sie zugänglich sind.
Um den Besuchern das gewaltige Ausmaß des einst einschüchternden Ortes der Diktatur ausführlicher zu vermitteln, bietet die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ einen besonderen Haus- und Geländerundgang an, genannt „Stasi intern“. Dabei können Besucher die Dimension der Gebäude und die historischen Ereignisse am Ort besser miteinander verknüpfen. Bei dem Rundgang wird auch über die mögliche Entwicklung des Areals gesprochen, das unter anderem zu einem „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“ und zu einem Leipziger zentralen Ort der Demokratiegeschichte weiterentwickelt werden soll.
Eine wichtige Station des Rundganges ist der ehemalige Stasi-Kinosaal, der noch vollständig erhalten ist und unter Denkmalschutz steht.
Im Innenhof gibt es noch spannende Zeitzeugnisse zu entdecken, so z.B. die Garage mit den Überresten der Aktenvernichtung vor dem 4. Dezember 1989 durch die Stasi-Offiziere. Auch wird beim Rundgang auf die mehr als 1000-jährige Stadtgeschichte Leipzigs, die hier mit der „urbe libzi“ ihren Ursprung nahm, Bezug genommen.

Treffpunkt: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ (Eingangsbereich)

 

Programmheft zum Download