Objekt- und Fotodatenbank Online im Museum in der Runden Ecke



Inventar-Nr: 33558
Objekt: Bedienteil


Bedienteil UBP 5.3 für Sende-Empfangsgerät USE 600

In der ehemaligen Ausweichführungsstelle (AfüSt) des Leiters der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig (Bunker bei Machern) war ein gesamter Arbeitsraum mit Funktechnik ausgestattet, um im Ernstfall und der damit vollzogenen Belegung des Bunkers auch weiterhin die Möglichkeit zu besitzen per Funk Nachrichten übertragen zu können. Das Bedienteil UBP 5.1 gehört zum Grundgerät für ortsfeste UKW-Anlagen und waren viermal im Bunker vorhanden. Dieses wiederbeschaffte Gerät Typs UBP 5.3 befindet sich in einem rechteckigen Gehäuse aus Kunststoff, dessen Oberseite als Bedienfront schräg nach vorn abfällt. Rechts befindet sich die Lautsprecherperforation. Das Mikrophon auf einem flexiblen Ständer, kann in anderer Form auch separat angeschlossen werden. Unten mittig liegt die rote Sprechtaste zur Aktivierung der Sprechfunktion. Über der Sprechtaste wurden die 18 nummerierten Kanalwahlschalter in zwei Reihen angeordnet. Die gleichartigen Schalter darüber dienen als Lautsprechertaste, Ruftaste, Ruflöschtaste und Rauschsperrentaste. Links und rechts neben den beiden Schalterreihen befinden sich die "Regler" für die Frequenzwahl und die Lautstärke. An der oberen Kante signalisiert eine beige Kontrolllampe den Betrieb des Gerätes. Durch zwei Anschlüsse an der Rückseite kann das Bediengerät an ein Netzgerät angeschlossen werden.

Im Bunker waren vier Arbeitsgänge vollständig für die Nachrichtenübertragung eingerichtet. Arbeitsbereiche mit Übertragungs- und Vermittlungstechnik, Fernschreibgeräte, eine Feld- und eine geheime Regierungsvermittlung sowie Funkgeräte sollten die Arbeit der Staatssicherheit aufrechterhalten. Der UKW-Funkstelle standen 4 Sende- und Empfangsgeräte Typ UFS 605 zur Verfügung. Ferner befand sich noch ein Sende- und Empfangsgerät Typ USE 600 im Funkbereich. Die dazu gehörigen Antennen befanden sich auf dem oberirdischen Gelände der Ausweichführungsstelle. Funksprüche konnten mit Hilfe einer Polarisationsantenne, welche sich auf dem "Dach" des Bunkers befindet, in Empfang genommen werden. Nur im äußersten Notfall sollte direkt vom Bunker gesendet werden. Die üblichen Funkverbindungen wären über eine abgesetzte Sendestelle erfolgt, welche ebenfalls in Form eines kleinen röhrenförmigen Bunkers 3 km vom Stasi-Bunker entfernt gebaut wurde. So war es möglich, dass anpeilbare Funksprüche erst in einer Distanz von 3 km den Sender verließen und die Tarnung des Bunkers gewahrt werden konnte. Die Ausstattung der abgesetzten Sendestelle konnte vom Funkgang des Bunkers fernbedient werden.


Sammlung: Kommunikation und Abhörvorrichtungen
Datierung: 1972
Hersteller: VEB Funkwerk Köpenick
Maße: Tiefe: 21 cm; Höhe: 23 cm; Breite: 40 cm
Material: Gehäuse: Kunststoff
Farbe: Bedienteil: silber,
Gehäuse: grau, gelb
Verwendung: Nachrichtenübermittlung, Kommunikation




Jede Nutzung der Fotos, auch für private Zwecke, darf nur nach ausdrücklicher Zustimmung des Bürgerkomitees Leipzig e.V. bzw. des jeweiligen Fotografen erfolgen.
ausgedruckt am 18.12.2017